Staatliche Förderbank

KfW springt bei der Energiewende ein

Staatliche Förderbank will bis 2017 insgesamt 100 Milliarden Euro bereitstellen. Ausbau der Windenergie stockt

- Energiewende? Fragen Sie die KfW! Die staatliche Förderbank will in großem Umfang den Wandel fördern. "Wir planen, in den nächsten fünf Jahren insgesamt Darlehen über 100 Milliarden Euro für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz auszureichen", kündigte KfW-Chef Ulrich Schröder in Frankfurt/Main an. Die öffentliche Förderbank sehe sich beim Jahrhundertprojekt Energiewende in der Verantwortung.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die KfW rund 32 Prozent ihres Fördervolumens für Projekte im Bereich Umwelt- und Klimaschutz vergeben, in diesem Jahr sollen es rund 36 Prozent werden, was etwa 24 Milliarden Euro entspricht.

Während Privatkunden recht häufig nach KfW-Krediten zum Bauen und Sanieren nach Energie-Gesichtspunkten greifen, laufen Großprojekte derzeit noch schleppend an. Im ersten Halbjahr habe niemand KfW-Darlehen zum Ausbau der Windenergie auf hoher See beantragt, berichtete die Bank. Ein Großteil des fünf Milliarden Euro umfassenden KfW-Förderprogramms für die Offshore-Windenergie wurde also noch nicht angetastet. Bisher hat die Bank nur die Projekte Meerwind und Global Tech 1 mit zusammen 544 Millionen Euro gefördert. Das Interesse sei ungebrochen, konkrete Vorhaben würden aber aufgeschoben, solange ungeklärt sei, wer die teuren Anschlüsse der Offshore-Windparks an das Stromnetz bezahle, hieß es. Auch hier wolle sich die Förderbank engagieren.

Allerdings soll nicht nur die staatliche Förderbank KfW den stockenden Aufbau von Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee voranbringen: Auch der private Stromverbraucher soll Finanzierungsrisiken der milliardenschweren Offshore-Windparks in Zukunft mittragen. Das ist das Ergebnis einer Offshore-Windkonferenz im Bundeswirtschaftsministerium. Minister Philipp Rösler (FDP) erörterte mit Vertretern der norddeutschen Küstenländer und der Netzbetreiber die Probleme bei der Netzanbindung und die geplante Haftungsregelung. Sie sieht vor, dass die Verbraucher die Kosten für Verzögerungen beim Netzanschluss von Windkraftanlagen künftig über den Strompreis mittragen sollen. Verbraucherschützern bemängelten dies. Sie warnen angesichts steigender Strompreise bereits vor einem weiteren Ausbau von Offshore-Windparks. Auch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) schließt nicht aus, dass die Strompreise insgesamt weiter steigen. "Aber alle wussten beim Ausstieg aus der Kernenergie, dass die Energiewende nicht zum Nulltarif zu haben ist", sagte der CDU-Politiker im ZDF-Morgenmagazin.

Der Ausbau der Offshore-Windenergie ist ein wichtiger Pfeiler der Energiewende. Bis 2030 sollen 15 Prozent des Strombedarfs über Windräder in Nord- und Ostsee gedeckt werden. Der Ausbau kommt jedoch kaum in Schwung, als eines der größten Probleme gilt die mangelhafte Anbindung der Anlagen an das Festlands-Stromnetz. Die Stromerzeuger verlangen dringend Klarheit darüber, wer für Produktionsausfälle haftet, wenn die Anlagen stehen, aber nicht ans Netz gehen können. Die Kosten dafür können schnell mehrere hundert Millionen Euro betragen.

Die Pläne der rot-grünen Regierung von Anfang des Jahrtausends, bis 2020 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 20.000 Megawatt in Nord- und Ostsee stehen zu haben, wurden inzwischen auf ein offizielles Ausbauziel von rund 10.000 Megawatt eingedampft. Das entspricht der Leistung von zehn Großkraftwerken. Allerdings sind bis dato erst wenige hundert Megawatt installiert. Experten schätzen, dass bis 2020 nur bis zu 7500 Megawatt Offshore realisiert sein werden.