Umsatz

Air Berlin fliegt trotz Sparerfolgen weiter Verlust ein

Die Fluggesellschaft Air Berlin weist trotz überraschend großer Sparerfolge im zweiten Quartal erneut rote Zahlen aus.

- Auch wegen deutlich gestiegener Treibstoffkosten wuchs der Verlust um 51 Prozent auf 66 Millionen Euro, wie der Lufthansa-Konkurrent überraschend meldete. Der Umsatz stieg trotz des deutlich geschrumpften Flugangebots um knapp zwei Prozent auf mehr als 1,1 Milliarden Euro. Der operative Verlust verringerte sich dank des Sparkurses um neun Prozent auf 29 Millionen Euro.

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn setzt nun weiter auf die Verkleinerung der Flotte und den Ausbau des Langstreckengeschäfts, um das Unternehmen im kommenden Jahr wie geplant in die schwarzen Zahlen zu bringen. Mehdorn zufolge zeigt die Umsatzerhöhung, "dass wir den richtigen Kurs eingeschlagen haben". Zudem kommt das laufende Sparprogramm gut voran: Die Einsparungen hätten zwischen April und Juni statt der geplanten 45 sogar 50 Millionen Euro erreicht. Dadurch konnten die zusätzlichen Belastungen durch den steigenden Dollar-Kurs und die Luftverkehrssteuer aufgefangen werden. Positiv ist auch, dass es die Air-Berlin-Manager geschafft haben, den Ertrag pro Passagier im vergangenen Halbjahr um 3,4 Prozent auf 109,06 Euro zu steigern.

Mit Sorge haben Branchenexperten allerdings zu Kenntnis genommen, das die Berliner im Hauptreisemonat Juli deutlich weniger Passagiere als im Vorjahr transportiert haben. Dass es im Juli nicht voran ging, führt das Unternehmen auf die Luftverkehrssteuer und die geplatzte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens "Willy Brandt" zurück.

Vor allem auf den europäischen Städteverbindungen von Berlin aus machen sich aber wohl auch die Kampfpreise der Lufthansa bemerkbar. Die größte deutsche Fluggesellschaft hatte bereits im Juni ihr Angebot in der Hauptstadt erheblich ausgeweitet.