Dauerstreit

Metro siegt vor Gericht gegen Media-Saturn-Gründer - vorerst

Etappensieg für den Handelskonzern Metro: Im Dauerstreit um die Macht bei der Elektronikhandelskette Media-Saturn mit dem Minderheitseigentümer Erich Kellerhals gab ein Schiedsgericht der Metro in einigen Teilen Recht.

- Danach kann künftig der Beirat mit einfacher Mehrheit - statt wie bisher mit 80 Prozent - unter anderem über das Budget, über die für Expansionsfragen so wichtigen Mietverträge und Beteiligungen oder die Berufung von Geschäftsführern der Landesgesellschaften beschließen. Für wesentliche Personalentscheidungen der übergeordneten Media Saturn Holding (MSH) gilt das jedoch nicht. Am Donnerstagmorgen will das Oberlandesgericht München noch sein Urteil zur selben Sache verkünden. Sollten die Münchner Richter den Schiedsspruch bestätigten, dürfte Metro das 20 Milliarden-Unternehmen Media Saturn wohl weiterhin in ihrer Bilanz führen - was dem Aktienkurs gut tun könnte. Andernfalls könnte Metro fast ein Drittel seines Umsatzes nicht mehr wie bisher bilanzieren. Ob die Juristensprüche tatsächlich für eine Verbesserung des Verhältnisses insbesondere von Metro-Chef Olaf Koch und Kellerhals führen wird, ist allerdings zweifelhaft. Kellerhals ließ am Mittwoch darauf hinweisen, dass "Beiratsbeschlüsse, die gegen die Stimmen der Gründungsgesellschafter ergehen, auch künftig vor den ordentlichen Gerichten angefochten werden" können. Auch eine Fortsetzung des Streits vor dem Bundesgerichtshof ist weiterhin möglich. Während der 72-jährige Kellerhals immer wieder betont hatte, dass die Metro mit ihrem Vorgehen gegen sein Vetorecht aus den achtziger Jahren sein Lebenswerk zerstören wolle, erklärte der Düsseldorfer Konzern zuletzt, es gehe nicht um ein "Durchregieren" in Ingolstadt, sondern um eine Vereinfachung und Beschleunigung der täglichen Arbeit. Bisher müssen Entscheidungen etwa über die Eröffnung eines neuen Ladens vom obersten Unternehmensgremium, dem Gesellschafterausschuss, beschlossen werden.