Marktbericht

Nervensache

Daniel Eckert über den Dax vor 7000 Punkten

Sind die Börsianer verrückt? Das fragt sich dieser Tage so mancher, der einen Blick auf den Stand des Deutschen Aktienindex Dax wirft. Die Euro-Krise spitzt sich wieder einmal zu, und die Kurse am deutschen Aktienmarkt steigen steil nach oben. Nur noch wenige Punkte fehlen zur Marke von 7000 Punkten. Seit Anfang Juni hat das Börsenbarometer fast 17 Prozent an Wert gewonnen - in der gleichen Zeit, in der sich Rezession und Arbeitslosigkeit in der Währungsunion verschlimmert haben und die Schuldenberge weltweit gewachsen sind.

Am Dienstagabend notierte der Dax auf dem höchsten Stand seit Anfang April. Seit dem Jahrestief im Juni haben Standardwerte wie Bayer, E.on, K+S und Lufthansa mehr als ein Viertel an Wert gewonnen.

Unmittelbarer Auslöser für die Rallye waren die Äußerungen von Notenbankern. Von der amerikanischen Federal Reserve über die Bank of England bis hin zur People's Bank of China haben Währungsaufseher gelobt, frische Liquidität zur Verfügung zu stellen. Manch Analyst erwartet, dass es deshalb noch weiter nach oben gehen wird. Zudem verweisen sie auf die mit rund vier Prozent hohe Dividendenrendite der Unternehmen. Aber reicht das?

Der große Wurf gegen die Euro-Krise fehlt noch. Und die Statistik zeigt eine Häufung von schlechten Aktienjahren, seit Regierungen und Finanzsystem auf den Einsatz von Fremdkapital, vulgo Krediten setzen. Der Aktienmarkt ist demnach derzeit nichts für schwache Nerven.