Aleo

Bosch hält Solar-Tochter in Prenzlau am Leben

Der brandenburgische Solarmodulhersteller Aleo Solar ist tief in die roten Zahlen gerutscht.

- Aleo teilte mit, in diesem Jahr mit einem "deutlich negativen Ergebnis" zu rechnen. Die Umsatzprognose wurde von 410 Millionen auf 370 Millionen Euro gesenkt. Zuvor war im ersten Halbjahr der Umsatz um mehr als ein Viertel eingebrochen. Der operative Verlust beläuft sich auf 23,5 Millionen Euro.

Die Bilanz von Aleo Solar spiegelt die Entwicklung der kriselnden heimischen Solarbranche wider, die unter Förderkürzungen und der Billigkonkurrenz aus Fernost leidet. Der Preisverfall treibt zwar den Absatz von Anlagen in Deutschland in Rekordhöhe. So wurden im ersten Halbjahr Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 4300 Megawatt (MW) auf Dächern und Feldern installiert und damit anderthalb Mal mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch an den meisten deutschen Herstellern geht der Boom vorbei. Viele sind bereits insolvent oder kämpfen ums Überleben.

Aleo-Chef York zu Putlitz erwartet trotz Kosteneinsparungen in der Fertigung und im Einkauf keine rasche Rückkehr in die Gewinnzone. Auch im kommenden Jahr werde Aleo wohl erneut rote Zahlen schreiben. "Die Insolvenzen in der Branche sorgen für zusätzlichen Preisdruck", sagte zu Putlitz. Um ihre Lager leer zu räumen, würden die Firmen ihre Produkte zu jedem Preis auf den Markt werfen. Insgesamt schätzt er den Preisrückgang in diesem Jahr auf 20 Prozent.

Derweil sorgt der finanzstarke Mutterkonzern Bosch bei der brandenburgischen Firma fürs Überleben. "Der Kapitalbedarf wird von Bosch bedient", sagte zu Putlitz. Der Autozulieferer und Industrieausrüster hat mit knapp zwölf Milliarden Euro auf der hohen Kante einen langen Atem. Bosch-Chef Franz Fehrenbach hatte im Frühjahr der kränkelnden Solarsparte drei bis fünf Jahre eingeräumt, um wieder profitabel zu werden.

Am Standort in Prenzlau werden nach Firmenangagen rund 680 Mitarbeiter beschäftigt. Um die Kapazität von 280 MW im Stammwerk voll auszulasten, hatte sich das Unternehmen entschieden, das Werk im spanischen Santa Maria Palautordera zum Jahresende zu schließen. Davon sind rund 92 Mitarbeiter betroffen. Insgesamt beschäftigt Aleo Solar rund 1000 Mitarbeiter.