Rekordkurs

Sportausrüster Adidas braucht keine Sparprogramme

Adidas schlägt sich dank der Fußball-EM und der Olympischen Spiele momentan besser als die Erzrivalen Nike und Puma.

- Während die Konkurrenz zuletzt weniger verdiente und die Konsumflaute in der Euro-Zone viel stärker zu spüren bekam, ist die Marke mit den drei Streifen weiter auf Rekordkurs. Nur Reebok kann den Ruf als Sorgenkind nicht loswerden: Nach Unregelmäßigkeiten in Indien bremst die US-Tochter nun auch in Lateinamerika den Konzern. Adidas-Chef Herbert Hainer erwartet ab 2013 wieder Wachstum für Reebok.

Mit der Bilanz für das zweite Quartal lag Adidas leicht über den Analystenerwartungen: Der Umsatz kletterte um 15 Prozent auf 3,51 Milliarden Euro, der Nettogewinn stieg sogar um 18 Prozent auf 165 Millionen. Gut läuft es für Adidas in den eigenen Läden, während aus dem Großhandel viel weniger Wachstum kommt. Regional legten Osteuropa und China am stärksten zu. Im Reich der Mitte - nach den USA der zweitwichtigste Markt für Adidas - betrug das Umsatzplus ohne Währungseffekte 13 Prozent. Zudem sind die Auftragsbücher voll.

Die Einnahmen im Fußball-Geschäft stiegen von April bis Juni um 27 Prozent. Besonders gut verkauften sich die Trikots von EM-Sieger Spanien und Halbfinalist Deutschland - mit 900.000 beziehungsweise einer Million Stück. Damit schnitt Adidas trotz der hohen Arbeitslosigkeit auch insgesamt in Spanien sehr gut ab. "Sie kaufen die Trikots selbst in harten Zeiten", erklärte Hainer. Puma kämpft dagegen mit rückläufigen Umsätzen in Europa und ist zudem in den neuen Märkten schwächer positioniert. Die Antwort von Puma-Chef Franz Koch ist der größte Konzernumbau seit 1993. Sein Adidas-Pendant Hainer sagte dagegen, es gebe kein Bedarf für spontane Kostensenkungsprogramme. Adidas erwartet im Gesamtjahr einen Rekordgewinn von 770 bis 785 Millionen Euro. Bisher hatte das Management 750 bis 785 Millionen Euro in Aussicht gestellt.