Billigkonkurrenz

Europas Solarfirmen verklagen China wegen Subventionen

Europas gebeutelte Solarindustrie kämpft mit einer Antidumping-Klage bei der Europäischen Union gegen Billigkonkurrenz aus China und für faire Marktbedingungen.

- "Wenn uns das gelingt, haben wir wieder den Wettbewerb, den wir lieben - den technologischen Wettbewerb", sagte der Chef des Bonner Konzerns Solarworld, Frank Asbeck. Der deutsche Branchenprimus ist federführend in einem Bündnis von 25 Solarfirmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern, das Klage einreichte.

Die Initiative EU ProSun wirft China vor, mit staatlichen Subventionen die Preise auf dem Weltmarkt zu drücken. Chinas Solarfirmen würden mit Milliardenkrediten versorgt und böten ihre Produkte trotz Verlusten unter Herstellungskosten an.

Die Klage ist umstritten. Unternehmen wie der Münchener Chemiekonzern Wacker, der auch unter dem Preisverfall in der Solarwirtschaft leidet, lehnen das Vorgehen ab. Auch Firmen, die chinesische Solarprodukte einkaufen oder Investoren aus China suchen, beteiligen sich nicht.

Die chinesischen Konkurrenten kündigten Gegenmaßnahmen an: Firmenbosse der Branchengrößen Yingli, Suntech, Trina und Canadian Solar drohten mit einem Handelskrieg zwischen der EU und China, "der auf beiden Seiten nur zu enormen Verluste führen wird".