Marktbericht

Gefährliches Schweigen

Benedikt Fuest über Apples Probleme mit dem iPhone

Enttäuschte Anleger - das gab es bei Apple bislang nicht. Der Konzern hat die Erwartungen der Investoren immer übererfüllt. Vorbei: Auch Apple kann nicht auf ewig ungebremst wachsen. Eine Ursache für den Einbruch ist die Erwartungshaltung der Stammkundschaft: Die neue Mobil-Betriebssystem-Version steht kurz vor Markteinführung. Nun erwarten Kunden wie Marktbeobachter auch ein neues iPhone von den verschwiegenen Kaliforniern. Spätestens zum Weihnachtsgeschäft muss Apple ein neues Gerät bringen, um mit der Konkurrenz Schritt zu halten - das wissen auch die Stammkunden und halten sich mit Käufen zurück.

Damit wird Apple zum Opfer der eigenen Geheimhaltungstaktik. Wüssten die Kunden sicher, dass das neue iPhone erst später auf den Markt kommt, wären sie vielleicht weniger zögerlich. Dieses Problem sollte jedoch mit der Ankündigung des neuen iPhones erledigt sein.

Dauerhafter dagegen ist die zweite Ursache für Apples iPhone-Einbruch: Das Erstarken der Konkurrenz mit Googles Betriebssystem Android. Samsung hat Apple bereits im Frühjahr als größter Smartphone-Hersteller überholt, derzeit verkaufen die Koreaner fast doppelt so viele Geräte wie Apple. Den Erfolg von Herstellern wie Samsung und Google als günstiger Betriebssystem-Lieferant kann Apple dauerhaft nicht vor Gericht stoppen. Die Zeit der einfachen Umsatzrekorde ist vorbei, die Konkurrenz hat gut von Apple gelernt. Nun folgt der tägliche Kampf um Marktanteile.