Marktbericht

Steile Vorlage

Jens Hartmann über SAPs Stärke in der Krise

Schulden-Krise? Euro-Aus? Wachstumsschwäche in China? Europas größter Softwarekonzern SAP scheint immun zu sein gegen den drohenden Abschwung der Weltwirtschaft. Die Walldorfer konnten das zehnte Quartal in Folge zweistellig wachsen und ihre Jahresprognose bekräftigen, wonach der Umsatz mit Betriebssoftware und Wartung um zehn bis zwölf Prozent wachsen wird.

SAP eröffnet die Berichtssaison in der Aktien-Bundesliga Dax. Und schon jetzt ist klar, dass viele andere deutsche Topkonzerne weit hinter der Vorgabe aus Walldorf zurückbleiben dürften. Viele, darunter auch SAP-Kunden, beklagen die schlechte Geschäftsentwicklung, und einige kassierten schon ihre Jahresprognosen. Die Euro-Krise, so zeichnet es sich immer mehr ab, hat die Industrie im Griff. Die Geschäfte in dem Sektor liefen im Juli so schlecht wie zuletzt vor drei Jahren. Der Einkaufsmanagerindex sank von 45,0 auf 43,3 Punkte und entfernte sich damit immer weiter von der 50-Zähler-Marke, ab der er Wachstum signalisiert. Ökonomen hatten dagegen vorab einen leichten Anstieg erwartet. Die Industriefirmen drosselten den vierten Monat in Folge die Produktion, strichen per Saldo Jobs und kämpften wie seit gut einem Jahr mit sinkenden Aufträgen.

SAP hingegen sieht das eigene Geschäftsmodell als intakt an. Immerhin würden Unternehmen in Krisenzeiten stark darauf achten, die Kosten im Zaum zu halten. Investitionen in eine moderne Betriebssoftware, wie sie SAP liefert, könnten diesem Ziel dienen.