Bewerbung

Mit viel Kompetenz den Personalchef beeindrucken

Wer sich über den Arbeitgeber bestens informiert, hat beim Vorstellungsgespräch gute Chancen

Feuchte Hände und Herzklopfen. Der Puls ist auf 180. Die Aufregung vor einem Vorstellungsgespräch ist oft sehr groß. Jeder kennt dieses Gefühl. Am liebsten würde man es ganz schnell hinter sich bringen. Doch man darf nicht in Panik geraten. Und keine Angst vor Pausen haben. Bewerber sollten sich für ihre Antworten ruhig Zeit nehmen. Es gibt ein paar wichtige Tipps und Tricks, mit denen sich aus der Zitterpartie im Handumdrehen ein souveränes Gespräch zwischen zwei selbstbewussten Partnern machen lässt. Wer sich im Vorfeld gut vorbereitet und über viel Wissen verfügt, geht gelassener an das Gespräch heran. Dazu gehört auch, sich mit dem Internetauftritt der Firma bekanntzumachen. Man sollte sich die Online-Präsenz des Unternehmens vorher genau anschauen. Wie ist die Firma aufgebaut, welche Hierarchien gibt es dort? Was wird produziert, welche Unternehmensphilosophie herrscht im Betrieb? Wenn man diese Fragen für sich beantworten kann, hat man gute Chancen, die Bewerbung erfolgreich zu absolvieren.

So könnten Kandidaten dem Personaler zeigen, dass sie genau wissen, wo sie sich beworben haben, sagt Sabine Neumaier, Karriereberaterin aus Berlin. Zweiter Schritt ist die Frage: Was ziehe ich an? "Die Grundformel: Nicht übertreiben", so Neumaier. Am besten ist es, vorher in Erfahrung zu bringen, welche Garderobe für die Branche typisch ist. "Wenn ich für einen Job als Tischler in Anzug erscheine, ist das lächerlich", meint Neumaier.

Der nächste Schritt: Wie komme ich überhaupt zum Ort des Vorstellungsgesprächs? "Auf keinen Fall sollte man sich mit der Anreisezeit verschätzen", sagt Jürgen Hesse, Karrierecoach aus Berlin. Am besten reichlich Zeit planen, und dann einen Spaziergang um den Block machen, falls es bis zum Gespräch noch etwas hin sein sollte. "Fünf Minuten vorher darf man dann aufkreuzen", so Hesse. Früher sollten Bewerber nicht erscheinen.

Damit ist die Vorbereitung abgeschlossen, das Gespräch steht noch aus. Während der Begrüßungszeit geht es darum, einen positiven ersten Eindruck zu schaffen - vor allem mit gutem Small Talk. "Ich muss selbst dafür sorgen, dass der Anfang positiv ausfällt", sagt Hesse. Dabei geht es darum, Komplimente zu machen. So könne man etwa sagen: "Was für eine Aussicht von hier" oder "Sie haben es hier aber schön". Schlecht ist es hingegen, mit einem negativen Kommentar zu starten und sich etwa über die schwierige Anreise zu beschweren. Etwas zu trinken sollten Bewerber nach Möglichkeit immer annehmen. Denn das lockere das Gespräch auf, so Neumaier. Das dann endlich beginnt.

Die Fragen der meisten Personaler lassen sich grob in drei Blöcke einteilen: "Erstens, erzählen Sie von sich. Zweitens, warum bewerben Sie sich hier? Und drittens, warum sollten wir Sie nehmen?", fasst Hesse zusammen.

In der ersten Runde geht es um die Selbstpräsentation. "Das ist meine Gelegenheit, die Meilensteine in meinem Leben zu präsentieren", stellt Neumaier heraus. Dabei sollte der Bewerber darauf achten, die Abschnitte im Lebenslauf auszudehnen, die besonders auf das Anforderungsprofil passen. Chronologisch vorzugehen, ist nicht unbedingt nötig. Außerdem gilt: "Nicht jede Antwort muss wie aus der Pistole geschossen kommen", gibt Neumaier zu bedenken. Stattdessen kann es sympathisch wirken, offen zu sagen: "Mit der Frage habe ich überhaupt nicht gerechnet, da muss ich erst einmal kurz drüber nachdenken."

Auch die Körpersprache sollte während des Gesprächs Beachtung finden. "Auf alle Fälle Distanzlosigkeit vermeiden", gibt Neumaier zu bedenken. Dazu gehört, sich nicht über den Tisch vorzubeugen oder breitbeinig dazusitzen.

Für das Ende des Gesprächs sollten Bewerber unbedingt auch ein paar eigene Fragen vorbereitet haben, raten die Experten. Gerne können die Bewerber zum Beispiel nach Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten fragen. Anschließend bleibt nur noch, sich für das Gespräch zu bedanken, "Am besten noch einmal in einer E-Mail am gleichen Abend oder am nächsten Tag", so Hesse. Damit runde der Bewerber sein Interview gekonnt ab.