Leserfrage

Darf ich einen Blitzer-Warner nutzen?

Ich fahre immer vorsichtig und halte mich auch meist an vorgegebene Geschwindigkeiten. Dennoch überlege ich, mir einen Radar-Warner zu kaufen. Darf ich den überhaupt benutzen? Und bringen solche Geräte etwas?

Davon sollten Autofahrer generell besser die Finger lassen. Denn Geräte zur Warnung vor Radarfallen sind in Deutschland verboten. Dieses Verbot gilt nicht nur für klassische Warngeräte, sondern auch für Navis oder Mobiltelefone, die vor Blitzern warnen. Wer solche Geräte mit Ankündigungsfunktionen, sogenannten POI-Warnern, betriebsbereit im Auto hat, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld von 75 Euro und vier Punkten in Flensburg rechnen.

Dieses Verbot gilt auch für Smartphone-Apps oder dann, wenn Sie sich in einer Facebook-Gruppe über die Standorte von Radargeräten auf der Strecke informieren. Findet die Polizei im Rahmen einer Verkehrskontrolle einen Radarwarner, kann er sichergestellt und auch vernichtet werden. Auf Navis oder Handys ist diese Praxis aber nicht eins zu eins übertragbar. Denn solche Geräte erfüllen ja vorrangig eine andere Funktion. Daher bestehen erhebliche Zweifel, ob eine Beschlagnahme oder gar Vernichtung verhältnismäßig ist.

Man sollte auch sein Fahrverhalten nicht den angezeigten Radarmessstellen im Navi oder Handy anpassen, schließlich darf immer nur die Höchstgeschwindigkeit gefahren werden, die für die jeweilige Straße zulässig ist. Zudem gaukeln die Geräte dem Fahrer eine Sicherheit vor, denn weder die reinen Radarwarner noch die Funktionen in Handy oder Navi sind immer aktuell. Also lieber so schnell fahren, wie die Beschilderung zulässt, das macht jedes zusätzliche Gerät überflüssig.

Katharina Bauer, ADAC

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