Kommentar

Kein Grund zur Panik

Jens Hartmann über die Lage deutscher Unternehmen

Die Quartalszahlen, die viele deutsche Unternehmen jetzt vorlegen, dürften nicht allzu berauschend sein. Sie werden vor allem eines zeigen: Die Rekordjagd des vergangenen Jahres lässt sich erst einmal nicht wiederholen. Zu der Euro-Krise, die die deutsche Industrie bislang weitaus weniger belastet als erwartet, kommt eine neue Herausforderung hinzu: China.

Konnte man sich bislang auf den kaum zu sättigenden chinesischen Nachfrageboom verlassen, der die Zurückhaltung von Kunden in Europa mehr als ausglich, ist das Geschäft mit der Volksrepublik kein Selbstläufer mehr. Dennoch kann von Panik in der deutschen Industrie keine Rede sein. Viele Unternehmen haben auch in Krisenzeiten in Forschung und Entwicklung sowie neue Maschinen investiert. Und sie haben ihre Leute an Bord gehalten. Davon zehren sie heute, da das Marktumfeld schwieriger wird.

Auch wenn wieder Sparpapiere aus der Schublade gezogen werden, wäre es ein Fehler, bei den Investitionen in Innovationen zu knausern. Die gute Ausgangslage, die sich Siemens & Co. in den vergangenen Jahren erarbeitet haben, könnte sonst verloren gehen.