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EU-Schuldenkrise: Scheidender Mitarbeiter greift Währungsfonds an ++ Gesundheitsreform: Fusion aller AOK zu einer Krankenkasse gefordert ++ Banken: Rettungsfonds mit 22,1 Milliarden Euro Schulden ++ Karstadt: Geplanter Stellenabbau trifft auch das Management

Scheidender Mitarbeiter greift Währungsfonds an

Ein scheidender Ökonom des IWF hat dem Fonds vorgeworfen, wichtige Informationen über die Schuldenkrise in Europa unter Verschluss gehalten zu haben. In einem Kündigungsschreiben an das Direktorium des Internationalen Währungsfonds kritisierte Peter Doyle, der Fonds habe nicht frühzeitig vor der Euro-Krise und auch der globalen Finanzkrise von 2007 bis 2009 gewarnt. Doyle war vor seinem Rücktritt in der Europa-Abteilung des IWF für Schweden, Dänemark und Israel zuständig. Ein IWF-Sprecher sagte, die Kritikpunkte Doyles, der 20 Jahre für den Fonds arbeitete, seien nicht neu. Sie fänden sich auch in Berichten des IWF wieder.

Fusion aller AOK zu einer Krankenkasse gefordert

1 AOK für ganz Deutschland hält der neue Chef der AOK Rheinland/Hamburg, Günter Wältermann, für ein vernünftiges Ziel. Es sei sinnvoll, "mittelfristig einen großen Wurf zu machen und alle elf AOK zu einer AOK für ganz Deutschland zusammenzubringen", sagte er der "Rheinischen Post". "Mit der Bundes-AOK würde ein gemeinsames Dach für 24 Millionen Versicherte entstehen. Die Regionalität bliebe erhalten." Als Vorteil für die Versicherten nannte Wältermann die höhere Einkaufsmacht der Kasse: "Für das gleiche Geld könnten mehr Leistungen eingekauft werden." Wältermann leitet die AOK Rheinland/Hamburg seit dem 1. Juli.

Rettungsfonds mit 22,1 Milliarden Euro Schulden

Fast vier Jahre nach seiner Gründung hat der Bankenrettungsfonds SoFFin noch immer Milliarden in der deutschen Finanzbranche investiert. Nach jüngsten eigenen Angaben stützt der Fonds Banken mit insgesamt 30,8 Milliarden Euro (Stand 30. Juni 2012). Seit seiner Gründung Ende Oktober 2008 häufte der SoFFin 22,1 Milliarden Euro Verlust an. Die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) als SoFFin-Verwalterin verweist jedoch immer wieder darauf, dass erst in vielen Jahren feststehen wird, ob der Steuerzahler tatsächlich für diese Verluste aufkommen muss.

Geplanter Stellenabbau trifft auch das Management

Beim Warenhauskonzern Karstadt soll im Zuge des Stellenabbaus auch das Management zusammengestrichen werden. "Wir wollen effizienter werden. Dazu gehört natürlich auch, dass wir schlankere Strukturen einführen - weniger Hierarchie. Ein Ansatzpunkt ist deshalb die mittlere Managementebene", sagte Personalchef Kai-Uwe Weitz der "Wirtschaftswoche". Langfristig werde es rund 100 Managerstellen weniger geben. Bei Karstadt sollen den Plänen des Managements zufolge 2013 und 2014 je 1000 Stellen wegfallen.