Tarifstreit

Flughäfen: Streikdrohung nach Kündigung von Gewerkschafter

Mitten in den Sommermonaten könnten plötzlich keine Flüge mehr abheben.

- Der Grund: Nach der Kündigung eines Verdi-Funktionärs im Tarifstreit für Sicherheitspersonal an Flughäfen droht die Gewerkschaft mit Streiks in den Sommerferien. "Wir bewerten das als Angriff gegenüber unserer Interessenvertretung", sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim. Die Kündigung schade den Tarifverhandlungen massiv. Werde sie nicht zurückgenommen, könne es noch während der Ferienzeit zu Streiks an den Flughäfen kommen. Ursprünglich sollte es in diesen Wochen aus Rücksicht keine Ausstände geben.

Das am Leipziger Flughafen für die Sicherheitskontrollen zuständige Unternehmen Kötter hatte mitten im Tarifstreit einem Mitarbeiter gekündigt, der auch Mitglied der Verdi-Bundestarifkommission ist. Der Mann habe die Kündigung am 20. Juni erhalten - einen Tag, nachdem Verdi in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Bremen und Hannover die Mitarbeiter der Fluggastkontrolle zu einem Streik aufgerufen hatte, berichtete die "Rheinische Post". Die Kötter Airport Security GmbH bestätigte den Vorgang, bestritt aber einen Zusammenhang mit dem Tarifstreit. "Die Kündigung des betroffenen Mitarbeiters steht ausdrücklich in keinerlei Zusammenhang zu seiner Mitgliedschaft in der Verdi-Bundestarifkommission oder zu den Warnstreikaktionen der Gewerkschaft Verdi", erklärte Kötter in Essen.

Aus Sicht Verdis dagegen hängt die Kündigung mit dem Tarifstreit zusammen. Da sie in der Probezeit ausgesprochen wurde, müsse das Unternehmen zwar keine Gründe nennen. Der zeitliche Zusammenhang sei aber eindeutig, sagte Tarim. Am Abend solle es ein Gespräch zwischen Verdi und Kötter geben. Die Tarifkommission verhandelt derzeit mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) über bessere Arbeitsbedingungen für die Luftsicherheitskräfte. Die nächsten Verhandlungen sind für den 27. Juli geplant. Dann wird sich weisen, ob diesen Sommer hunderte Flugzeugen am Boden bleiben oder in die Urlaubsdestinationen abheben können.

Das Familienunternehmen Kötter Services beschäftigt bundesweit an 50 Standorten 15 100 Mitarbeiter und hat im vergangenen Jahr 355 Millionen Euro umgesetzt.

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