Handel

Sanierung der Baumarktkette Praktiker steht

Die angeschlagene Baumarktkette Praktiker will nach der Abwendung einer drohenden Insolvenz ihre Sanierung vorantreiben.

- Im August sollen die ersten sieben Märkte der aktuell 234 blauen Filialen auf die prestigeträchtigere Marke Max Bahr umgestellt werden. Vorstandschef Kay Hafner muss einen notwendigen Darlehensvertrag mit den US-Investoren Anchorage Capital Europe über 85 Millionen Euro allerdings noch unter Dach und Fach bringen.

Die Aktionäre hatten in der Nacht zum Donnerstag auf der Hauptversammlung nach kontroverser Debatte schließlich grünes Licht für die Kapitalspritze gegeben. Sie sieht eine Kapitalerhöhung im Umfang von 60 Millionen Euro vor. Diese ist Voraussetzung für das Darlehen von 85 Millionen Euro. Die Vorstände hatten vor einer Pleite gewarnt, sollten die Aktionäre ihre Zustimmung verweigern. Praktiker schrieb 2011 im Konzern rund eine halbe Milliarde Euro Verlust.

In der aufgeladenen Versammlung war zunächst hinter den Kulissen eine wesentliche Forderung der Großaktionäre erfüllt worden: Zwei Aufsichtsräte treten zurück. Und für den Vorstand sollen weitere Mitglieder gesucht werden, für die Sparten Einkauf sowie Vertrieb.

Die Praktiker-Aktien sprangen am Donnerstag kräftig nach oben. Am Vormittag kletterten die Anteile an der kriselnden Baumarktkette um 7,29 Prozent nach oben auf 1,368 Euro. In der Spitze standen plus zwölf Prozent zu Buche.