Handel

Umsatzplus - Rossmann profitiert von Schlecker-Pleite

Heimatlose Kunden der Pleite-Drogeriekette Schlecker lassen dem Umsatz des Konkurrenten Rossmann in die Höhe schießen

- Im ersten Halbjahr 2012 stiegen die Inlandsverkäufe um fast 14 Prozent auf 2,03 Milliarden Euro, wie Rossmann am Dienstag in Hannover mitteilte. "Wir schätzen den Schlecker-Effekt auf bis zu drei Prozentpunkte davon", sagte ein Rossmann-Sprecher. Sechs Prozent Umsatzwachstum habe die Kette auf der bestehenden Fläche erreicht, den Rest bringen neue Läden.

Für die insolvente Schlecker-Tochter IhrPlatz haben sich unterdessen kurzfristig weitere Interessenten gemeldet. Wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz in Stuttgart sagte, werden im Laufe der Woche Gespräche mit den Investoren geführt. Details und Namen wollte der Sprecher nicht nennen. Geiwitz hatte sich zuletzt eher zurückhaltend zu den Zukunftsaussichten für die Drogeriekette geäußert. Es bestehe für IhrPlatz "noch teilweise Hoffnung", hatte er gesagt. Nachdem bei Schlecker bereits rund 25.000 Menschen ihren Job verloren haben, stehen nun erneut fast 4000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Neben der österreichischen MTH Retail Group prüft früheren Angaben zufolge auch der Münchner Investor Dubag einen IhrPlatz-Kauf. Ein Verkauf an Dubag war zuvor wegen Uneinigkeit mit dem Gläubiger und Warenversicherer Euler Hermes gescheitert. IhrPlatz hat 490 Märkte. Im Streit über die Vermögensverhältnisse des Firmenpatriarchen Anton Schlecker hat die Unternehmerfamilie dem Insolvenzverwalter laut den "Stuttgarter Nachrichten" einen Millionenvergleich angeboten. Die Summe der Vermögensverschiebungen, die Geiwitz theoretisch einfordern könne, betrage zwischen fünf und zehn Millionen Euro. In diesem Rahmen liege auch das Vergleichsangebot der Familie.