McDonalds

Der Obama der Fast-Food-Szene

Don Thompson ist der erste Afroamerikaner an der Spitze der Burgerkette Mc Donalds

- Die neue Vorzeigefiliale von McDonald's ist ein luftiger, moderner Bau aus hellem Holz. Die Terrasse ist riesig, auf dem Balkon im zweiten Stock bietet sich Gästen ein herrlicher Blick auf das Londoner Olympiastadion. 1500 Kunden finden in der neuen Mega-Filiale Platz, 500 Mitarbeiter kümmern sich um ihr leibliches Wohl.

Die Filiale, die McDonald's Ende Juli zu den Olympischen Spielen in der britischen Hauptstadt eröffnet, wird die größte der Welt. Dass McDonald's so ein Mammut-Restaurant auf die Beine stellt, ist ein weiterer Beleg für den Erfolg der Burgerkette. Sie steht finanziell so glänzend da wie nie zuvor. Die Rivalen Burger King und Wendy's hat der Pionier aller Fast-Food-Ketten in den vergangenen Jahren deutlich abgehängt, der Aktienkurs hat sich in den letzten acht Jahren verdreifacht. Doch genau dieser Erfolg ist der Grund, warum der neue McDonalds-Chef Don Thompson heute ein schweres Erbe antritt. Der 48-Jährige steht vor der schwierigen Aufgabe, die Erfolgsstory der Fast-Food-Kette weiterzuschreiben.

Sein Vorgänger Jim Skinner hat 41 Jahre für McDonald's gearbeitet, die letzten acht als Chef. In dieser Phase hat der heute 67-Jährige McDonald's geprägt wie keiner seiner sieben Vorgänger. Den rund 33.000 Schnellrestaurants, in denen McDonald's zufolge täglich rund 68 Millionen Menschen essen, verordnete er einen Wandel. Skinner ließ die Restaurants umbauen und mit hochwertigeren Materialien ausstatten. Neben Burger setzte er gesündere Mahlzeiten wie Salate, Smoothies oder Wraps auf die Speisekarte. Die Einführung von "McCafé"-Theken 2007 hat sich als großer Erfolg entpuppt. Der der Gewinn stieg um elf Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar.

Thompson war als Nummer zwei bei McDonald's an den Erfolgen der vergangenen Jahre maßgeblich beteiligt. Zwischen 2006 und 2010 leitete er das US-Geschäft. In dieser Zeit steuerte er McDonald's mit Ideen wie dem Ein-Dollar-Frühstück erfolgreich durch die Krise, während die Konkurrenz Federn lassen musste. Auch der Erfolg der Kaffeebars gilt als sein Baby. Dieses Meisterstück macht ihn in den Augen vieler Beobachter zum idealen Nachfolger von Skinner. Der Wechsel ist kein gewöhnlicher. Der 48-jährige Thompson gehört nicht nur einer anderen Generation an als Skinner. Der Ingenieur ist auch der erste Afroamerikaner an der Spitze von McDonald's. In den Medien wurde er bereits zum "Obama der Fast-Food-Szene" stilisiert.

Die Konkurrenz macht Druck. Burger King ist gerade in den Händen eines neuen Investors und modernisiert sich. Und der Sandwich-Anbieter Subways ist zu einer ernsthaften Konkurrenz für McDonald's erwachsen. Die großen Burgerketten stehen zudem vor der Erschließung der Wachstumsmärkte wie China, Osteuropa oder Südamerika. Die Verantwortung, die Thomson trägt, ist jedenfalls gigantisch. 1,7 Millionen Mitarbeiter zählt McDonalds weltweit. Sollte Thompson seiner neuen Rolle nicht gerecht werden, könnte McDonalds Ähnliches drohen wie der neuen Super-Filiale der Kette in London. Nach den Olympischen Spielen wird die Mega-Filiale wieder zurückgebaut.