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Nutzfahrzeuge: Iveco will fünf Werke in Europa schließen ++ Banken: Verluste der HRE belasten Steuerzahler ++ Personalabbau: Neckermann-Mitarbeiter zu Streik aufgerufen

Iveco will fünf Werke in Europa schließen

Der zum Fiat-Konzern gehörende Nutzfahrzeugbauer Iveco will bis Jahresende fünf seiner Werke in Europa schließen, darunter drei in Deutschland. Das kündigte Firmenchef Alfredo Altavilla der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge am Sonntag an. Demnach werden die Werke in Weiswill, Ulm und Görlitz geschlossen. Hinzu kämen die Werke im österreichischen Graz und im französischen Chambéry. Betroffen sind laut Altavilla insgesamt 1075 Beschäftigte. "Das sind schmerzhafte Schließungen, aber sie dienen der Stärkung des Unternehmens in seiner Gesamtheit", so der Firmenchef. "Wir haben keine Abstriche bei den Investitionen gemacht. Wenn die Märkte wieder da sind, sind wir bereit." Altavilla machte die Ankündigung bei der Vorstellung des Stralis-Lastwagens.

Verluste der HRE belasten Steuerzahler

Die Rettung der Immobilienbank Hypo Real Estate kommt die Steuerzahler in Deutschland weiter teuer zu stehen. Die Altlasten der HRE haben den Bund im vergangenen Jahr erneut mit einem Milliardenverlust belastet. An diesem Dienstag gibt die Bad Bank der HRE, die sich FMS Wertmanagement nennt, ihre genauen Zahlen für 2011 bekannt. Belastet wird die Bank vor allem von der Krise in Griechenland. Insgesamt musste sie 8,9 Milliarden Euro auf ihr Griechenland-Depot abschreiben. Diese Abschreibungen schlagen als Verlust zu Buche - hinzu kommen aber noch weitere Fehlbeträge aus anderen Geschäften. Für das Milliardenminus der Bad Bank muss der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin geradestehen - in letzter Konsequenz also der Steuerzahler.

Neckermann-Mitarbeiter zu Streik aufgerufen

Die Gewerkschaft Ver.di hat die Mitarbeiter des angeschlagenen Versandhändlers Neckermann zum Streik aufgerufen. Bis zu 900 Beschäftigte des Frankfurter Standorts sind von diesem Montag an aufgerufen, ihre Arbeit mindestens für einen Tag ruhen zu lassen, wie Gewerkschaftssekretär Wolfgang Thurner am Sonntag sagte. Ver.di fordert einen Sozialtarifvertrag mit Abfindungen und Qualifizierungsregelungen für 1500 von Entlassung bedrohte Beschäftigte. Ein Gespräch mit der Geschäftsführung und dem Eigentümer Sun Capital am Freitag sei ergebnislos verlaufen, sagte Thurner. Sollte es am Montag erneut keine Signale geben, werde der Streik am Dienstag fortgesetzt. Das vom US-Finanzinvestor Sun Capital beherrschte Unternehmen will den Eigenhandel mit Textilien sowie das Frankfurter Zentrallager aufgeben.