Banken

Nach Skandalen und Verlusten: Die WestLB ist Geschichte

Rein äußerlich war es schon am Donnerstag vorbei. Da verschwanden sechs Buchstaben, die aus dem Düsseldorfer Straßenbild lange ebenso wenig wegzudenken waren wie aus der Welt des großen Geldes.

- Das Logo der WestLB wurde abgeschraubt - und ist museumsreif. An diesem Sonnabend hört die einst stolzeste aller Landesbanken, die zeitweise das größte Kreditinstitut in ganz Deutschland war, auf zu existieren. Zermürbt von Jahren der Krisen und Skandale. Zerschlagen in einige kleine gesunde Teile, die erhalten bleiben, und deutlich größere unrettbare.

Für die öffentliche Hand ist es ein Ende mit Schrecken. Rund 18 Milliarden Euro dürfte der Niedergang der Bank die Steuerzahler und die Sparkassen am Ende kosten. Dabei war die nordrhein-westfälische Landesbank noch vor zehn Jahren das Flaggschiff unter den öffentlich-rechtlichen Geldinstituten Deutschlands. Sie galt als die "Macht am Rhein" - finanzstark und äußerst einflussreich. Entstanden war die Bank 1969. In den folgenden zwei Jahrzehnten wuchs sie unter Bankchef Friedel Neuber zu einer in der ganzen Welt agierenden Bank heran.

Nach mehreren Krisen konnten die Eigentümer - Nordrhein-Westfalen sowie die rheinischen und westfälischen Sparkassenverbände - die Bank in der Finanzkrise 2008 nur noch mit Milliardenspritzen retten, die es erlaubten, toxische Wertpapiere und unerwünschte Aktivitäten in Deutschlands erste "Bad Bank" auszulagern. Der Preis war hoch. Die EU forderte Verkauf oder Zerschlagung der Bank.

Nun kommt das Sparkassen- und Mittelstandsgeschäft bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) unter. Alle anderen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der WestLB werden auf die "Bad Bank" übertragen, die bereits Schrottpapiere der NRW-Landesbank abwickelt. Das Volumen der WestLB-Papiere, die neu hinzukommen, dürfte bei rund 100 Milliarden Euro liegen. Die Lasten der Abwicklung teilen sich der Bund, die Landesregierung und die Sparkassenverbände in NRW in einem komplizierten Haftungssystem auf. Die Mitarbeiter bleiben formal in der WestLB, die in die Servicegesellschaft Portigon Financial Services umgewandelt wird. Mit der Zerschlagung zum 30. Juni ist auch ein drastischer Arbeitsplatzabbau vorgezeichnet: Rund 3500 Mitarbeiter soll Portigon zunächst haben, bis Jahresende sollen es dann weniger als 2700 Menschen sein - und die Zahl der Beschäftigten soll weiter schrumpfen, bis Ende 2016 soll das Service-Geschäft verkauft sein.