Handel

Schlecker-Insolvenz: Jetzt schließen auch die XL-Märkte

Bei der Drogeriemarktkette Schlecker verlieren weitere 1100 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz.

- Die Gläubiger beschlossen am Donnerstag das endgültige Aus auch für die 350 großen Schlecker-XL-Märkte, die einst als Zukunft des schwäbischen Unternehmens galten. Ein gemeinsamer Verkauf von Schlecker XL mit den IhrPlatz-Drogeriemärkten war gescheitert. Insolvenzverwalter Werner Schneider machte die Gefahr von Kündigungsschutzklagen für das Scheitern der Verkaufsbemühungen verantwortlich. Dieses "viel zu große und nicht kalkulierbare Risiko" habe kein Käufer eingehen wollen. Rund 4400 von mehr als 10.000 im März entlassenen Schlecker-Mitarbeiterinnen haben gegen ihre Entlassung geklagt, ein erstes Verfahren ging bereits zugunsten einer Filialleiterin aus, wie am Donnerstag bekannt wurde. Gut 2500 Gekündigte haben nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit schon einen neuen Arbeitsplatz gefunden.

"Für IhrPlatz besteht noch teilweise Hoffnung", hieß es in der Mitteilung. Die Gespräche mit einem Investor für die Kette würden am Montag fortgesetzt. Bei IhrPlatz waren kaum Klagen gegen die Kündigung eingegangen, weil die meisten Mitarbeiter Platz in einer Transfergesellschaft fanden. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat eine erste Schlecker-Mitarbeiterin ihren Prozess vor dem Arbeitsgericht Heilbronn gewonnen. Die Richter stellten eine "grob fehlerhafte" Sozialauswahl fest, wie das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg erklärte (Az.: 8 Ca 71/12). Im Juli stehen zahlreiche weitere Verfahren an. Setzt sich diese Auffassung dort durch, drohen weitere Millionenbelastungen.