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Facebook bekämpft seinen Frauenmangel

Personalie mit Symbolkraft: Marc Zuckerberg beruft Sheryl Sandberg in den Verwaltungsrat

- Die Nummer zwei bei Facebook, Sheryl Sandberg, baut ihre Macht im Sozialen Netzwerk aus. Die fürs Tagesgeschäft zuständige Managerin und rechte Hand von Firmenchef Mark Zuckerberg ist nun auch in den wichtigen Verwaltungsrat eingezogen. Dies ist das höchste Firmengremium - und das war bislang rein männlich besetzt.

"Sheryl hat mir als eine Partnerin bei der Führung von Facebook zur Seite gestanden", begründete Zuckerberg am Montag die Berufung. "Sie ist zentral für unser Wachstum und unseren Erfolg über die Jahre hinweg gewesen." Ihre Erfahrung habe die 42-Jährige zu einer natürlichen Kandidatin für den Verwaltungsrat gemacht.

Sandberg ist die erste Frau in dem nun auf acht Köpfe anwachsenden Gremium. Die meisten anderen Mitglieder sind Investoren, die mit ihren Millionen den steilen Aufstieg von Facebook zum weltgrößten sozialen Online-Netzwerk ermöglicht haben. Vorsitzender des Verwaltungsrats ist Gründer und Firmenchef Zuckerberg.

Sandbergs Berufung hat vor allem symbolischen Charakter, da Zuckerberg durch seine Aktienmehrheit Facebook und den Verwaltungsrat kontrolliert. Facebook musste sich angesichts des bislang rein männlich besetzten Spitzengremiums immer wieder Kritik anhören - zumal mit Sandberg eine der bekanntesten Managerinnen überhaupt bei dem Unternehmen arbeitet. Sie sitzt bereits in mehreren anderen Verwaltungsräten, unter anderem beim weltgrößten Medienkonzern Walt Disney.

Die frühere Google-Managerin war 2008 zu Facebook gekommen und hat Zuckerberg in geschäftlichen Dingen den Rücken freigehalten, so dass er sich ganz auf die Weiterentwicklung des Netzwerks konzentrieren konnte. Sandberg sorgt in ihrer Rolle dafür, dass das Geld hereinkommt, kümmert sich um die Außendarstellung und um die Personalführung.

Auch beim Börsengang fiel Sandberg als Architektin des geschäftlichen Erfolgs eine wichtige Rolle zu: Sie versuchte zusammen mit Zuckerberg, Investoren zum Kauf von Aktien zu bewegen. Es glückte nur bedingt: Der Kurs brach in den Tagen nach dem Börsengang ein und liegt bei etwa 16 Prozent im Minus. Sandberg hat ihr Schäfchen im Trockenen: Sie besitzt rund 41,2 Millionen Facebook-Aktien bzw. Optionen. Wert nach aktuellem Kurs: 1,3 Milliarden Dollar. Kein Wunder, dass sie sagt, sie arbeite leidenschaftlich gern an der Facebook-Mission, die Welt zu vernetzen.

Neue Namen für Städte

In Deutschland diktiert das Netzwerk den Städten dafür gerade neue Bedingungen: Das Internetportal zwingt die Betreiber der Seiten von Kommunen - meist die Stadtverwaltung oder das Tourismusmarketing - sich umzubenennen. Drei Wochen sollen sie dafür Zeit bekommen. Sonst droht ihre Seite aus dem Netz zu verschwinden. "Niemand kann einen geografischen Ort vertreten", steht im Facebook-Hilfebereich, auf den die Pressestelle zur Begründung der Anordnung verweist. Berlin dürfte auf Facebook künftig nicht mehr Berlin heißen.