Prozess

Ex-Porsche-Manager muss wegen Kreditbetrugs vor Gericht

Die juristischen Spätfolgen des Übernahmekampfes zwischen Porsche und Volkswagen vor vier Jahren sind noch lange nicht ausgestanden.

- Der Ex-Finanzchef des Porsche-Konzerns, Holger Härter, muss wegen Kreditbetruges vor Gericht. Damit steht nun endgültig fest, dass es für den Architekten des spektakulär gescheiterten Angriffs auf VW ein strafrechtliches Nachspiel gibt. Die von der Staatsanwaltschaft Stuttgart erhobene Anklage gegen den früheren Top-Manager und zwei seiner damaligen Führungskräfte sei "vollumfänglich zugelassen", bestätigte ein Sprecher des Landgerichts.

In Baden-Württemberg führen die Ermittlungen gegen Härter jetzt zu einem förmlichen Strafprozess. "Es ist entschieden worden, das Hauptverfahren zu eröffnen, Termine stehen aber noch nicht fest", erklärte der Gerichtssprecher. Härter und zwei seiner Spitzenkräfte aus der Finanzabteilung der Porsche-Holding Porsche SE (PSE) sollen während des Übernahmekampfs bei Verhandlungen für Kreditgeschäfte eine Bank falsch informiert haben. Die Staatsanwaltschaft sieht entsprechende Vorwürfe als stichhaltig genug an und brachte die Anklage im März auf den Weg.

Härter wies damals alle Anschuldigungen zurück. Er sehe dem Verfahren "mit großer Gelassenheit entgegen", ließ er mitteilen. Neben Härter droht nach wie vor auch Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking eine Anklage. Gegen ihn laufen Prüfungen wegen des Vorwurfs der Untreue und Marktmanipulation. Wiedeking und sein Finanzchef Härter hatten Porsche im Sommer 2009 verlassen müssen. Um ihre damalige Arbeit drehen sich inzwischen zahlreiche Investorenklagen. Anlager fühlen sich rückblickend fehlinformiert und betrogen. Porsche und VW in Niedersachsen rüsten sich für ein Mammutverfahren an zivilrechtlicher Front: Am Mittwoch verhandelt das Braunschweiger Landgericht über einen ersten Teil der milliardenschweren Klagen von Investoren, die sich durch die Informationspolitik 2008 getäuscht sehen.