Finanzen

Kapitalmarkt: Neue Regeln für mehr Anlegerschutz

Am grauen Kapitalmarkt locken Anbieter mit hohen Renditen, aber auch das Verlustrisiko ist beträchtlich.

- Bis zu 30 Milliarden Euro verlieren Anleger nach Expertenschätzungen jährlich durch unseriöse Angebote. Mit Inkrafttreten des neuen Vermögensanlagengesetzes soll es jetzt mehr Sicherheit geben: Seit Anfang Juni müssen Anbieter beispielsweise bei geschlossenen Fonds ein sogenanntes Vermögensanlage-Informationsblatt (VIB) aushändigen. Verbraucherschützer sind allerdings skeptisch: "Der Wert der Informationen für den Anleger ist zweifelhaft, da es keine genauen Standards für das Info-Blatt gibt", sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Geschlossene Fonds gibt es beispielsweise für Windkraftprojekte, Solaranlagen, Immobilien oder Schiffsbeteiligungen. Allein 2011 investierten Privatanleger nach Angaben des Verbandes Geschlossene Fonds (VGF) rund 4,8 Milliarden Euro in solche Produkte. Zusätzlich zum Verkaufsprospekt müssen Anbieter jetzt ein höchstens drei Seiten umfassendes VIB aushändigen. Es muss in allgemein verständlicher Sprache die wesentlichen Angaben zum Fonds enthalten. Dazu zählen Produktart, Kosten und Provisionen sowie die Anlagerisiken. Zudem haften die Anbieter für die Inhalte des Vermögensanlage-Informationsblatts. Allerdings erhalten Anleger das neue Info-Blatt zunächst nur beim Kauf geschlossener Fonds über eine Bank. Freie Finanzvermittler müssen es laut VGF erst ab 2013 aushändigen.