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Evonik: Chemieriese sagt Börsengang vorerst ab ++ Qimonda: Insolvenzverwalter erhöht Druck auf Infineon ++ Deutsche Börse: Globalisierungskritiker errichten Sandsack-Wall

Chemieriese sagt Börsengang vorerst ab

Der Börsengang des deutschen Chemieriesen Evonik ist abgesagt. Es wäre der größte Börsengang in diesem Jahr in Europa gewesen, der nun an den Finanzmarktturbulenzen gescheitert ist und weiteren Kandidaten den Weg an den Aktienmarkt erschweren dürfte. Bei den Beratungen mit den zuständigen Banken sei klar geworden, dass zentrale Voraussetzungen für den Gang aufs Parkett nicht erfüllt seien, sagten vier mit dem Vorgang vertraute Personen. Der Konzern aus Essen sollte Ende des Monats an die Börse gehen und dem Mehrheitseigner RAG-Stiftung sowie dem Finanzinvestor CVC Milliarden bringen.

Insolvenzverwalter erhöht Druck auf Infineon

Der Insolvenzverwalter der zusammengebrochenen Speicherfirma Qimonda, Michael Jaffé, erhöht in einem Rechtsstreit den Druck auf den Halbleiterhersteller Infineon. Jaffé fordert jetzt 3,4 statt 1,7 Milliarden Euro vom ehemaligen Mutterkonzern. Der Insolvenzverwalter wirft Infineon grobe Schnitzer bei der Ausgliederung des Speichergeschäfts 2006 vor, das drei Jahre später Pleite ging. Der Wert des verlustreichen Geschäftsfelds habe zum Zeitpunkt der Abtrennung nicht etwa 600 Millionen Euro betragen, sondern sei sogar deutlich negativ gewesen, argumentierte er. Der Streit wird vor dem Münchener Oberlandesgericht ausgetragen.

Globalisierungskritiker errichten Sandsack-Wall

Vertreter globalisierungskritischer Organisationen haben mit einem Wall aus Sandsäcken vor dem Eingang der Deutschen Börse in Frankfurt/Main versucht, symbolisch die Gier nach Geld einzudämmen. "Der Wall steht für die Wirkung der Finanztransaktionssteuer, die dringend kommen muss", sagte Detlev von Larcher, Sprecher der Globalisierungskritiker von Attac, die neben Oxfam und anderen den Protest organisiert hatten. Als Banker verkleidete Aktivisten hatten während des Baus symbolisch mit Geld gespielt. "Als der Wall dann fertig war, mussten sie aufhören zu spekulieren", sagte von Larcher. Nach seinen Angaben beteiligten sich rund 200 Menschen an der Aktion, die Polizei sprach von etwa 100 Teilnehmern.