Waffen

Saudi-Arabien will noch mehr Panzer bestellen

Großauftrag könnte die Zukunft der Rüstungsfirmen Krauss-Maffei und Rheinmetall sichern

- Saudi-Arabien will offenbar noch mehr deutsche Kampfpanzer kaufen, als bisher bekannt ist. Statt 200 bis 300 Leopard 2 wünscht sich Riad nun 600 bis 800. Mit einem Schätzwert von zehn Milliarden Euro wäre das einer der bisher größten Rüstungsaufträge für die Bundesrepublik, berichtete die "Bild am Sonntag". Der Vertrag über eine erste Lieferung von rund 300 Panzern sei unterschriftsreif.

Die Bundesregierung äußerte sich auf Anfrage nicht. Sprecher verwiesen auf den Geheimnisschutz für Rüstungsgeschäfte, über die im geheim tagenden Bundessicherheitsrat entschieden wird. Es hieß aber auch, es liege keine Exportanfrage vor. Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien sind wegen der Menschenrechtslage in dem autoritär regierten Land besonders umstritten. Die Opposition wirft der schwarz-gelben Koalition vor, vom Grundsatz abzurücken, in Spannungsgebiete keine Kriegswaffen zu liefern.

Der Zeitung zufolge lehnen das Kanzleramt und die Ministerien für Äußeres und Verteidigung das Geschäft eher ab. Hingegen gebe es im Wirtschaftsministerium Befürworter, weil der Auftrag die Zukunft der Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall sichern könne, die wegen der Umstrukturierung der Bundeswehr neue Märkte bräuchten.

"Am liebsten mit Goldkante"

Die spanische Firma General Dynamics/Santa Barbara soll dem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge die Panzer in Lizenz montieren, weil der Leopard 2 für den Einsatz in Wüstengebieten umgebaut werden muss. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte am 7. Juni im Bundestag erklärt: "Der Bundesregierung liegt keine Genehmigungsanfrage der spanischen Regierung oder eines spanischen Unternehmens für den Export in deutscher Lizenz in Spanien produzierter Kampfpanzer vor." Just an dem Tag war der saudische Verteidigungsminister Prinz Salman zu Gesprächen nach Madrid gereist.

Die Zeitung schreibt, Saudi-Arabien, das sich nach einem harten Konkurrenzkampf zwischen dem US-Panzer M1 Abrams und dem deutschen Leopard 2 entschieden habe, wolle den Vertrag noch vor dem 20. Juli besiegeln, weil dann der Fastenmonat Ramadan beginne. Aus dem Umfeld der Bundesregierung hieß es demnach auch, das Königreich wolle keine gebrauchten Leopard. "Die wollen nur nagelneue Panzer, am liebsten mit Goldkante."