Mitarbeiter

Bundesagentur zahlt Millionen nach Schlecker-Pleite

| Lesedauer: 2 Minuten

Angeblich gute Chancen auf neue Arbeitsstellen in Berlin

- Die Insolvenzen der Drogeriekette Schlecker und ihrer Tochterunternehmen haben die Bundesagentur für Arbeit bislang rund 133 Millionen Euro gekostet. Die Summe setze sich aus Insolvenzgeld und Sozialabgaben für betroffene Mitarbeiter zusammen, sagte eine Sprecherin der Behörde in Stuttgart. Das für bis zu drei Monate von der Bundesagentur gezahlte Insolvenzgeld stammt aus einer arbeitgeberfinanzierten Umlage.

Ein Sonderprogramm für die Umschulung ehemaliger Schlecker-Mitarbeiter Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur, für unnötig. "Wir haben genügend Geld, um den Bedürfnissen der Schlecker-Beschäftigten gerecht zu werden", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". In diesem Jahr stünden noch rund 470 Millionen Euro für alle Antragsteller - also nicht nur für Schlecker-Beschäftigte - zu Umschulungszwecken bereit.

Betroffen von der Pleite des ehemaligen Drogerieriesen sind ihren Angaben nach etwa 26.700 Mitarbeiter bei der Schlecker-Mutter. Auf die Töchter Schlecker XL und Homeshopping entfielen zusammen gut 2900 Betroffene, bei IhrPlatz seien es etwas mehr als 5000. Unklar sei aber, für wie viele Betroffene bereits ein Antrag auf Insolvenzgeld eingegangen sei. Von 11.300 ehemaligen Schlecker-Mitarbeitern, die ihre Jobs bereits im März verloren hätten, hätten rund 3600 eine neue Stelle gefunden.

Die Chancen für eine Weitervermittlung stünden je nach Person unterschiedlich gut, sagte die Sprecherin der Bundesagentur. Es gebe große Unterschiede je nach Bundesland. Die Chancen für Verkaufsberufe seien in den ersten fünf Monaten des Jahres in Bayern und Baden-Württemberg am größten gewesen. Der Stellenmarkt im Handel wächst bundesweit, wie aus einem Papier der Arbeitsagentur hervorgeht, vor allem in Berlin, Sachsen und Brandenburg. Dort wurden Zuwächse zwischen drei und 4,6 Prozent im Jahresvergleich verzeichnet.

Becker sagte, die ehemaligen Mitarbeiter der Drogerien würden nicht zu einer Beschäftigung als Erzieher oder Altenpfleger gedrängt, nur weil es dort einen hohen Bedarf gebe. Seine Mitarbeiter würden jeden Fall individuell untersuchen. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte den Schlecker-Mitarbeitern geraten, sich für den Einsatz in Kitas und Pflegeheimen umschulen zu lassen.

( dpa/dapd )