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Apple renoviert seine tragbaren Computer

In San Francisco stellt Konzernchef Cook viel Neues vor - aber keinen Fernseher

- Es geht pünktlich los im Moscone Center in San Francisco. 5000 Entwickler haben auf Apple-Chef Tim Cook gewartet - und auf die Neuigkeiten, die er verkündet. Und da huscht gerade Intel-Chef Paul Otellini vorbei. Was das wohl bedeutet? Um 19 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit, 10 Uhr Ortszeit, beginnt die Show - mit Witzen, zum Beispiel auf Kosten der Konkurrenz. Siri, Apples elektronischer Assistent, begrüßt die Entwickler. Der Assistent erzählt: "Ich bin begeistert vom neuen Samsung. Nicht dem Handy sondern dem Kühlschrank." Und: "Ich liebe euch. Aber es ist schwierig für mich, emotional zu werden." Applaus. Dann kommt Tim Cook auf die Bühne. und es gibt endlich Neues.

Cook startete mit Zahlen, die die Stärke von Apple demonstrieren sollen. Der Konzern hat in seinen App Stores (Online-Geschäften für kleine Programme, die auf den Geräten laufen) inzwischen 400 Millionen Kunden in bald 155 Ländern. Das Angebot an Apps stieg auf 650.000. Davon sind 225.000 speziell für das iPad optimiert - mit sehr großem Abstand mehr als für andere Tablets auf dem Markt. Apple zahlte bisher fünf Milliarden Dollar (vier Milliarden Euro) an Software-Entwickler aus, die 70 Prozent des App-Preises bekommen. Insgesamt wurden 30 Milliarden Apps heruntergeladen.

In einem langen Video mit Beispielen für coole Apps wurde auch ein blinder Mann aus Kassel gezeigt, der dank GPS-Software alleine im Wald spazieren gehen kann. Die Botschaft: Apps und mobile Geräte können das Leben und die Welt verbessern.

Apple-Chef Cook verrät: "Es gibt heute Neuigkeiten für die Notebooks, das Mac-Betriebssystem und iOS6." Damit bestätigt er die Vermutungen. Dann stellen er und Marketing-Chef Phil Schiller eine neue Generation der Macbook-Laptops vor. Die Reihe MacBook Air bekommt einen Prozessor bis zwei Gigahertz von Intel. Und das erklärt auch die Anwesenheit des Intel-Chefs. Zum normalen Prozessor im MacBook Air kommen bis zu 512 Gigabyte Flash-Speicher. Das macht das Lesen des Speichers bis zu zwei Mal schneller als bisher, und das MacBook Air bekommt neue USB-3-Schnittstellen.

Die Facetime-Kamera des MacBook Air wird so verbessert, dass HD-Video-Konferenzen möglich sind. Das 11-Zoll-Gerät kostet je nach Ausstattung 999 oder 1099 Dollar. Die 13-Zoll-Variante kostet 1199 oder 1499 Dollar. Es wird von heute an ausgeliefert. Das MacBook Pro wird auch aktualisiert. Es bekommt eine Ivy Bridge Prozessor mit bis zu 2,7 GHz Takt und Quad-Core i7. Zudem eine schnellere Grafikkarte. Wie das MacBook Air bekommt auch das Pro eine USB-3-Schnittstelle.

Das 13-Zoll-Gerät kostet 1199 und 1499 Dollar. Mit 15-Zoll-Display 1799 und 2199 Dollar. Es ist ebenfalls sofort zu bekommen. Die Displays aller Geräte, die gerade angesprochen wurden, haben alle kein Retina-Display. Aber es kommt noch ein Notebook. Auf dem Bild an der Wand ist es von einem schwarzen Tuch verhüllt.

Apple-Marketing-Chef Schiller macht es spannend: "Es ist der schönste Computer, den wir je gemacht haben. Dieses Notebook ist dünner als mein Finger." Die Fakten: Es ist rund 1,8 Zentimeter dünn, 4,46 Pfund schwer. Schiller sagt weiter: "Ja, es ist ein Retina-Display". Applaus im Saal. Und wie üblich bei Retina-Diplays: Das Auge sieht keine Pixel. Die Auflösung 15,4 Zoll-Displays beträgt 2880 mal 1800 Pixel. Das entspricht mehr als fünf Megapixel auf dem Notebook-Bildschirm.

Schiller führt weiter aus: "Um es noch einmal klarzumachen: Es gibt derzeit kein Notebook, das eine solch hohe Auflösung hat". In der Ausstattung mit 2,3 GHZ Quad-Core i7 von Intel und acht Gigabyte RAM-Speicher und 256 Gigabyte Flash-Laufwerk kostet es 2199 Dollar. Auch dieses Gerät gibt es ab sofort zu kaufen.

Ein weiterer Apple-Manager kommt auf die Bühne und stellt die Neuerungen des Betriebssystems OSX - Mountain Lion vor. Wirklich überraschend ist die neue Diktatfunktion, die auch das neue iPad besitzt. Nur das, worauf alle gesetzt und gewartet hatten, das stellte niemand vor: den heiß ersehnten Fernseher von Apple. Und so gib es zwar viel Neues, aber keinen großen Wurf.