Arbeitsvermittlung

IHK: Agentur soll Herkunft Arbeitsloser genau erheben

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) der Hauptstadt hat ein Positionspapier zur Arbeitsmarktpolitik vorgelegt, das für Diskussion sorgen dürfte.

- So fordert die Kammer unter anderem eine genaue Erhebung der Herkunft für Arbeitslose mit Wurzeln im Ausland. Bisher wird in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit nur nach Staatsangehörigkeit unterschieden. Arbeitssuchende mit Migrationshintergrund und deutschem Pass werden nicht extra erfasst.

"Jobcenter und Arbeitsagenturen müssen zwingend den Migrationshintergrund eines Kunden kennen, um eine passende Qualifizierungs- und Vermittlungsstrategie ausarbeiten zu können", heißt es in dem IHK-Papier "Der Berliner Arbeitsmarkt - Vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger". Der Verzicht auf Abfrage der Herkunft eines Arbeitslosen verhindere passgenaue Integration. Zudem fordert die IHK Berlin für Problemkieze dezentrale Anlaufstellen der Jobcenter. In den Jobcentern werden die weitaus meisten - 176.000 der 216.000 - Berliner Arbeitslosen betreut.

Zudem sollte nach Meinung der IHK bei der monatlichen Statistik der Ballungsraum Berlin, also Stadt plus brandenburgische Umlandgemeinden, gemeinsam ausgewiesen werden. Durch die Trennung verkaufe sich Berlin unter Wert, heißt es. Demnach arbeiten 140.000 Bewohner aus stadtnahen Brandenburger Gemeinden in der Hauptstadt. Die Arbeitslosenquote betrage dort nur sieben Prozent. In Berlin waren es im Mai 12,2 Prozent.