Börsengang

Facebook-Panne kostet Großbank 350 Millionen Dollar

Schweizer UBS prüft Klage gegen Technologiebörse

- Das Debakel beim Facebook-Börsengang könnte die Schweizer Großbank UBS bis zu 350 Millionen Dollar gekostet haben. Das berichten übereinstimmend das "Wall Street Journal" und der Fernsehsender CNBC. Der Schaden soll während der Verwirrung wegen der technischen Panne beim Börsengang entstanden sein. Die Summe übersteigt die bisher bekannt gewordenen Schäden um ein Vielfaches und dürfte die verantwortliche US-Technologiebörse Nasdaq weiter unter Druck bringen. Bislang hieß es, den federführenden Banken UBS, Citigroup, Knight Capital und Citadel Securities sei dabei ein Schaden von 115 Millionen Dollar entstanden. Die Nasdaq hat 40 Millionen Dollar Schadenersatz angeboten, teilweise in Form von Rabatten. Knight Capital hat dies bereits abgelehnt. Die Börsenaufsicht ermittelt bereits gegen die Verantwortlichen der Nasdaq.

Beim bis dahin größten Technologiebörsengang aller Zeiten am 18. Mai konnte der Börsenbetreiber Nasdaq aus technischen Gründen über längere Zeit keine Kurse der Facebook-Aktie stellen. Einige Broker und Banken erhielten keine Informationen über ihre Verkaufsaufträge und konnten daher nicht zum bestmöglichen Kurs handeln. Das wurde dem "Wall Street Journal" zufolge auch der UBS zum Verhängnis. Die Bank habe den Kauf einer Million Facebook-Aktien in Auftrag gegeben. Als eine Bestätigung ausblieb, sei die Order mehrfach wiederholt worden. Am Ende saß die Bank demnach auf deutlich mehr Facebook-Papieren, als sie haben wollte. Und es kann kein gutes Geschäft gewesen sein: Die Aktie fiel am ersten Tag nach einem anfänglichen Plus von zehn Prozent schnell auf den Ausgabepreis von 38 Dollar zurück. In den Tagen darauf ging es vor allem abwärts. Zuletzt konnte sich die Aktie zwar etwas von ihren Tiefständen lösen - mit 27,10 Dollar kostet sie aber immer noch rund 29 Prozent weniger als am ersten Tag.

Eine Sprecherin der UBS bestätigte, dass die Bank wegen der technischen Probleme Geld verloren habe, nannte aber keine Summe. Bisher seien keine rechtlichen Schritte eingeleitet worden, dies werde jedoch geprüft. Sie machte keine Angaben dazu, welchen Preis die UBS für die Facebook-Aktien bezahlt hatte und ob sie die Anteile noch hält und auf steigende Kurse hoffen kann.