Konjunktur

Deutsche Manager sind optimistisch

Mehr als zwei Drittel glauben an positive Entwicklung der Weltwirtschaft

- Die Schuldenkrise kann die gute Laune in den deutschen Chefetagen nicht vertreiben. Die Manager blicken ungebrochen optimistisch auf die kommenden Monate. Laut einer internationalen Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young erwarten 68 Prozent der Manager, dass die Weltwirtschaft sich in den kommenden Monaten positiv entwickelt, und knapp 60 Prozent gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft weiter wächst. Nur neun Prozent befürchten, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert. Damit zählen deutsche Manager zu den Optimisten in der globalen Umfrage; weltweit rechnet nur jeder zweite Befragte damit, dass sich der Heimatmarkt positiv entwickelt. Einzig in den USA blicken die Unternehmenslenker noch positiver auf ihren Binnenmarkt: Dort rechnen fast 70 Prozent der Befragten damit, dass es aufwärts geht.

"Die Aussichten sind allerdings nicht mehr so blendend wie im Vorjahr", sagt Alexander Kron von Ernst & Young. Das liege einerseits daran, dass in wichtigen europäischen Märkten die Wirtschaft stagniert oder schrumpft. Hinzu kämen steigende Rohstoff- und Energiepreise, die nicht voll an die Kunden weitergegeben werden können. Außerdem sei das bisherige Wachstum der deutschen Unternehmen stark von der Nachfrage aus China getrieben worden, wo sich gerade die Konjunktur abkühlt.

Trotzdem ist die Laune in den Unternehmen offenbar so gut, dass knapp die Hälfte der Unternehmen plant, in den kommenden zwölf Monaten zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Nur elf Prozent wollen ihre Belegschaften reduzieren. Die Ergebnisse versprechen eine Fortsetzung des deutschen Job-Wunders, das zuletzt etwas ins Stocken geraten war: Zwischen Mitte 2009 und Anfang 2012 ist die Arbeitslosigkeit hierzulande stark gesunken, und die Beschäftigung hat zugenommen. Der Mai war aber der zweite Monate in Folge, in dem die Arbeitslosigkeit nicht zurückgegangen ist.

Die Arbeitsmarktlage in den kriselnden Euro-Staaten droht sich dagegen weiter zu verschärfen: Demnach wollen 35 Prozent der spanischen Großunternehmen Personal abbauen und nur 26 Prozent neue Mitarbeiter einstellen. In Italien sieht es ähnlich aus. Seitdem die Umfrage erhoben wurde, hat sich die Krise weiter verschärft. Diese neuesten Entwicklungen drücken offenbar bereits auf die Stimmung der Unternehmen - zumindest was die kurzfristigen Geschäfte angeht: Der Ifo-Geschäftsklima-Index, der die Stimmung in den deutschen Unternehmen mit einer umfangreichen Befragung misst, war im Mai stark gesunken. Allerdings scheinen die Unternehmen langfristig optimistischer zu sein als auf kurze Sicht. Darauf weisen neben der Ernst-&-Young-Studie auch andere Erhebungen hin.