Justiz

Media-Markt-Manager wegen Bestechlichkeit vor Gericht

Wegen einer Schmiergeld-Affäre steht der ehemalige Media-Markt-Deutschlandchef Michael Rook von kommendem Mittwoch an vor dem Augsburger Landgericht.

- Die Staatsanwaltschaft wirft ihm, einem ehemaligen Regionalmanager des Elektronikhändlers sowie weiteren Mitarbeitern vor, zwischen 2005 und 2011 fünf Millionen Euro Bestechungsgeld kassiert zu haben. Dafür hätten sie drei externen Vermarktern Aufträge im Wert von 65 Millionen Euro zugeschanzt, obwohl die Konkurrenz bessere Angebote vorgelegt habe. Rook beteuert seine Unschuld, Mitangeklagte haben gestanden.

Rook war im Oktober suspendiert und am 9. November 2011 verhaftet worden. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Anklage lautet auf gewerbsmäßige und bandenmäßige Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung im geschäftlichen Verkehr. Die Manager setzten laut Anklage als Gegenleistung für das Geld Mitarbeiter des Vermarkters als externes Verkaufspersonal für DSL-Verträge in Media-Markt-Filialen ein.

Der ebenfalls angeklagte Agenturinhaber witterte nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Millionengeschäft. Daher habe er dem Regionalmanager Geld dafür geboten, dass er Aufträge exklusiv bekomme. Die beiden angeklagten Media-Markt-Manager erhofften sich, "eine fortlaufende Einnahmequelle von erheblichem Umfang" zu schaffen.