Technik

Galaxy S3 jagt iPhone 4S

Das neue Handy von Samsung glänzt mit beeindruckendem Display und allerlei Spielereien

- Es wird enger für Apples Kult-Handy iPhone. Seit diesem Dienstag gibt es das Samsung-Smartphone Galaxy S3 in Deutschland zu kaufen. Die Berliner Morgenpost hat das Gerät vorab getestet. Apple, so viel ist klar, hat jetzt einen ernstzunehmenden Herausforderer.

Das Super-Amoled-Display des neuen Galaxy ist beeindruckend. Es ist 4,8 Zoll groß und verweist das iPhone mit seinem 3,5-Zoll-Display auf die Ränge. Die Amoled-Technologie benötigt keine Hintergrundbeleuchtung, Schwarz wird also satt dargestellt. Hintergrundbeleuchtete Displays schaffen das nicht und zeigen meist noch einen Grauschleier.

Natürlich wird das Galaxy durch das Display zu einem großen Smartphone, trotzdem wiegt es nur 133 Gramm, das iPhone wiegt sieben Gramm mehr. Wer es gewohnt ist, sein Handy mit einer Hand zu bedienen, könnte Schwierigkeiten bekommen: Der Daumen ist schlichtweg zu kurz, um an jede Stelle des Displays zu gelangen. In eine normale Hosentasche passt das Galaxy aber allemal. Und weil es nicht einmal neun Millimeter dick ist, beult die Tasche auch nicht sonderlich aus.

Angenehm ist, dass das Gerät beim Tippen auf der virtuellen Tastatur kurz vibriert, das hilft vor allem Blackberry-Umsteiger, die vorher auf einer richtigen Tastatur geschrieben haben. Obwohl Samsung seinem Galaxy einen großen Akku mit 2100 Milliamperestunden verpasst hat, hält das Gerät bei normaler Nutzung nicht länger als einen Tag durch. Aber das ist für ein Smartphone inzwischen eigentlich Standard. Nutzt man das Galaxy gar nicht, verliert es im Stand-by gut zwei Prozent pro Stunde.

Als Betriebssystem läuft auf dem Galaxy die neueste Version von Googles Android. Nutzer haben viele Einstellungsmöglichkeiten: So verstummt der Klingelton, wenn das Gerät mit dem Display nach unten gelegt wird. Ein aufgerufener Kontakt aus dem Adressbuch wird automatisch angerufen, wenn das Handy ans Ohr geführt wird.

Das Galaxy S3 hat an der Rückseite eine Acht-Megapixel-Kamera und über dem Display eine 1,9-Pixel-Kamera, die beide vor allem bei Sonnenlicht gute Ergebnisse liefern. Es gibt jede Menge Einstellungsmöglichkeiten von Serienbildaufnahmen, Szenenmodus bis hin zu Panorama-Bildern. Das Galaxy schafft es, innerhalb von vier Sekunden 20 Fotos aufzunehmen. Leider fehlt am Gehäuse ein Knopf zum Auslösen. Dafür kann die Laut-Leise-Wippe zum Ein- und Auszoomen genutzt werden.

Die Frontkamera übernimmt auch Sonderfunktionen. So kann sie das Smartphone entsperren, wenn sie den Besitzer vor sich erkennt. Das funktioniert allerdings nur bei gutem Licht und ist insgesamt eher unzuverlässig.

Wie das iPhone 4S lässt sich auch das Galaxy per Sprache steuern. Das klappt leider längst nicht so gut und führt - abseits der Frage nach dem Wetter - sehr häufig zu Missverständnissen. Hier muss Samsung unbedingt nachbessern. Dafür lässt sich beim Galaxy per Sprache jede beliebige Anwendung öffnen, die installiert ist. Das funktioniert beim iPhone immer noch nicht.