Unternehmen

Behördenwillkür: Europas Firmen misstrauen China

Mehr als jede fünfte europäische Firma in China denkt daran, in andere Länder abzuwandern.

- Zwar werde das Reich der Mitte als strategischer Markt immer wichtiger, doch erschwerten das unsichere behördliche Umfeld, die Marktbarrieren und die steigenden Arbeitskosten das Geschäft, wie eine Umfrage der Europäischen Handelskammer in China unter ihren Mitgliedern ergab. "Wenn eins von fünf Unternehmen erwägt, das Land zu verlassen, würde ich das als ziemlich alarmierend betrachten", sagte EU-Kammerpräsident Davide Cucino.

In der Umfrage gab jedes zweite europäische Unternehmen in China an, dass ihm wegen behördlicher Hürden Geschäfte entgangen seien. Die derart verpassten Chancen summierten sich auf einen Betrag in mehrfacher Milliardenhöhe, sagte jemand in der EU-Kammer.

40 Prozent der Unternehmen erklärten, dass die amtliche Politik gegenüber ausländischen Unternehmen heute "weniger gerecht" sei als noch vor zwei Jahren. Die "beliebige Umsetzung von Vorschriften" sei das größte Hindernis. Obwohl Chinas Regierung immer beteuere, dass ausländische Unternehmen in China auch als chinesische Firmen behandelt werden sollen, fühlten sich viele EU-Investoren weiter unfair behandelt.

Trotz der Frustration scheint die Attraktivität des zunehmend wichtiger werdenden Wachstumsmarktes weiter groß zu sein: 63 Prozent der befragten Unternehmen planen allen Problemen zum Trotz neue Investitionen.