Marktbericht

Schalke 04 an der Börse

Holger Zschäpitz über die Tücken der Mittelstandsanleihen

Schalke 04 geht an die Börse. Von diesem Mittwoch an können Anleger die Fußball-Anleihe der Gelsenkirchener ordern. Gleich am ersten Zeichnungstag soll die Hälfte des gesamten Emissionsvolumens von 50 Millionen Euro platziert werden.

Schalke 04 krönt damit ein kleines Jubiläum. Die Gelsenkirchener bringen die 50. Mittelstandsanleihe an den Start. In nicht einmal zwei Jahren hat sich hierzulande ein ganz eigenes Börsensegment etabliert. Mittelständler haben an BondM der Börse Stuttgart oder dem Mittelstandsmarkt Düsseldorf Schuldscheine im Volumen von knapp 2,7 Milliarden Euro platziert, ein guter Teil stammt von Sparern, die neue Wege beschreiten.

Schalke 04 macht vor, wie es geht: Der Verein hat einen bekannten Markennamen, bietet auf den ersten Blick ansehnliche Zinsen, und schon strömen die Investoren herbei. So bieten die Kicker für die sieben Jahre laufende Anleihe eine Verzinsung von 6,75 Prozent. Das sind fast sechs Prozentpunkte mehr, als Investoren für Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit bekommen.

Für diesen Renditeaufschlag scheinen einige Anleger die hohen Risiken auszublenden. Wie riskant Mittelstandsanleihen sein können, wurde im März beim Windtürmebauer Siag offenbar. Das Unternehmen hatte Anleger mit einer Rendite von neun Prozent locken müssen, da es unter der Unsicherheit um die Windparks auf hoher See leidet. Nun notiert die Anleihe 95 Prozent unter ihrem Nennwert, und Anleger werden wohl nicht einmal die erste Zinszahlung erleben. Siag ist pleite.