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Schlecker läuft die Zeit davon

Investoren Für die insolvente Drogeriemarkt-Kette Schlecker wird es eng. Noch bis Freitagvormittag haben die Gläubiger Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz Zeit gegeben, einen akzeptablen Investor zu finden. Vor allem die mehr als 14.300 Beschäftigten hoffen auf einen Retter, der genug Geld gibt, damit Schlecker nicht abgewickelt wird. Interesse haben offenbar der US-Finanzinvestor Cerberus und der Unternehmer Nicolas Berggruen, der bereits Karstadt gekauft hat. Berggruen bietet angeblich zwischen 100 und 150 Millionen Euro.

Drama Wenn Freitagvormittag kein Geldgeber gefunden ist, könnte es sein, dass die drei größten Schlecker-Gläubiger wegen zu hoher Risiken für die Abwicklung des Unternehmens stimmen. „Das wäre ein Drama für die Beschäftigen und ihre Familien“, sagte Verdi-Sprecherin Christiane Scheller. Die Gewerkschaft forderte die Investoren erneut auf, „ernsthafte Angebote“ vorzulegen. „Die Beschäftigten brauchen Klarheit, die Hängepartie geht schon so lang.“ Der größte Gläubiger, der Versicherer Euler Hermes, habe Warenlieferungen an Schlecker von rund 300 Millionen Euro abgesichert, berichtete die „Financial Times Deutschland“. Die Entscheidung über die Zukunft Schleckers hänge vor allem von ihm ab. Euler Hermes fürchte, dass Waren bei Schlecker deutlich unter Marktwert an einen Investor verkauft werden könnten, hieß es in dem Bericht. Er bezog sich auf Branchenkenner.

Grundstücke Ein weiteres Risiko ist demnach, dass als Sicherheit angegebene Grundstücke nicht oder zu einem für die Gläubiger unattraktiven Preis verkauft werden könnten. In diesen Fällen sei der Schaden für den Versicherer höher als bei einer Zerschlagung.