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Osram verspricht Stellenabbau ohne Kündigungen

Im Berliner Werk sollen 400 Stellen wegfallen

- Der Leuchtmittelhersteller Osram will den angekündigten großen Stellenabbau in Deutschland möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen schaffen. Das gilt auch für den Standort Berlin, wo jede vierte der 1600 Stellen wegfallen soll. Mit dem Betriebsrat verständigte sich die Siemens-Tochtergesellschaft im Grundsatz auf einen Rahmensozialplan, wie Osram am Donnerstag in München mitteilte. Der Konzern will bis 2015 auch keine Werke schließen.

Unter anderem legt der Sozialplan den Rahmen für mögliche Abfindungen oder alternative Jobangebote für betroffene Mitarbeiter oder den Wechsel in Beschäftigungsgesellschaften fest. Osram hatte im Januar angekündigt, wegen des Wandels auf den hart umkämpften Licht-Märkten bis 2014 in Deutschland gut 1000 Stellen abzubauen. In Deutschland beschäftigt die Siemens-Tochter rund 10.000 Menschen, weltweit sind es 41.000.

Nun müssen in den Betrieben die lokalen Sozialpläne verhandelt werden, am besonders betroffenen Standort Berlin seien die Gespräche bereits weit gediehen, sagte ein Osram-Sprecher. "Es ist uns gelungen, gemeinsam mit unseren Arbeitnehmervertretern verbindliche Grundsätze für die gemeinsame Gestaltung der Zukunft zu vereinbaren", teilte der Osram-Chef Wolfgang Dehen mit. IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner sagte: "Wir haben nun eine wichtige Grundlage für die zukünftige Entwicklung von Osram. Das neue Abkommen bietet den Beschäftigten Sicherheit und Schutz bei zukünftigen Veränderungen."

Für die meisten der 400 betroffenen Mitarbeiter in Berlin gab es von vornherein eine Lösung. 200 sollen in andere Berliner Siemens-Abteilungen wechseln. 150 scheiden freiwillig aus, vor allem im Rahmen von Altersteilzeit. Akut von Kündigung bedroht waren 50 Mitarbeiter. Bei Osram gilt, anders als für die Siemens AG, grundsätzlich kein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

Siemens will Osram an die Börse bringen, wegen der Unsicherheit an den Finanzmärkten ist der Termin noch unklar. Der Schritt soll dem Konzern Geld für die Entwicklung neuer Technik und den Umbau des Unternehmens bringen. Denn der technologische Wandel ist die große Herausforderung für Osram. Die Strukturen stammen noch aus der Glühbirnenzeit. Doch längst hat die Ära der Leuchtdiodentechnik LED begonnen. Für diese Produkte werden jedoch tendenziell weniger Arbeitskräfte benötigt, weil sich mehr automatisieren lässt.. Gleichzeitig sind erhebliche Investitionen nötig, um mit den neuen Leuchtkörpern international bestehen zu können.