Marktbericht

Satte Gehaltserhöhung

Andrea Rexer über mehr Geld für den Commerzbank-Chef

Die Aktionäre prügeln Commerzbank-Chef Martin Blessing als "unfähigen und talentfreien" Vorstandsvorsitzenden. Um 90 Prozent sei der Aktienkurs gefallen, seit er am Ruder ist, mehr als 20 Milliarden Euro Kapital hätte er vernichtet, rechnen sie ihm vor. Deswegen hätte er ein Gehalt von nun 1,3 Millionen Euro plus Boni nicht verdient.

Bis zum vergangenen Jahr hatte Blessing nur 500.000 Euro bekommen, weil die Bezüge gedeckelt waren, schließlich hatte die Commerzbank Staatshilfe in Anspruch genommen. Die ist nun weitgehend zurückgezahlt, der Deckel auf die Bezüge entfernt.

Man muss Blessing zugutehalten, dass es eine dünne Argumentation ist, die Leistung eines Managers allein am Aktienkurs zu bemessen. Immerhin hat er es geschafft, die Kapitalbasis der Bank so zu stärken, dass ein erneuter Gang zum Staat nicht notwendig war. Doch die Frage, ob der Preis dafür zu hoch war, lässt sich noch nicht beantworten. Schließlich hat Blessing in erheblichem Umfang auf Geschäft verzichtet. Angesichts der Ergebnisse des ersten Quartals war der Sparkurs möglicherweise zu scharf.

Solange Blessing nicht bewiesen hat, dass seine Bank in den Kernbereichen wieder ordentlich Geld verdienen kann, solange er seinen Aktionären keine Dividenden und dem Staat keine Zinsen auf die stillen Einlagen zahlen kann und solange er kaum Spielraum für die Anhebung der Tarifgehälter seiner Mitarbeiter sieht, muss er sich über den Ärger wegen seines Gehalts nicht wundern.