Unternehmen

SAP steckt erneut 3,4 Milliarden Euro in US-Softwarefirma

Überraschende Milliarden-Übernahmen: SAP will sich die kalifornische Ariba sichern, einen Online-Marktplatz für Unternehmen.

- Der Walldorfer Softwarekonzern bietet für den Software-Entwickler 4,3 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro), ein Fünftel mehr als der Börsenwert zurzeit. Ariba setzte zuletzt 444 Millionen Dollar um und schreibt schwarze Zahlen. Das Unternehmen ist das zweitgrößte der Welt, das Dienste aus der Datenwolke anbietet. Erst vor wenigen Monaten hatte SAP für 3,4 Milliarden Euro den US-Anbieter SuccessFactors übernommen, der Personaldienstleistungen aus der Datenwolke (Cloud) anbietet.

SAP-Co-Vorstandschef Bill McDermott sagte, die Ariba-Übernahme verspreche eine "einzigartige Kombination". SAP katapultiere sich damit in eine Spitzenposition bei der über das Internet genutzten Miet-Software und blockiere für Konkurrenten wie Oracle oder Microsoft den Zugang. Ariba gilt in der Branche als Amazon für Unternehmen und betreibt die weltgrößte elektronische Beschaffungsplattform für Firmen: Über sie kauften zuletzt 730.000 Firmen weltweit im Wert von 319 Milliarden Dollar ein, Ariba kassiert dafür Gebühren. Mit Ariba will SAP die bisher noch geringen Umsätze mit Cloud-Software bis 2015 auf zwei Milliarden Euro steigern. Zum Vergleich: 2011 betrugen die gesamten Software-Lizenz-Erlöse der Walldorfer 4,1 Milliarden Euro.