Gesundheitspolitik

Ärzteverband: System mit privaten Kassen muss erhalten bleiben

Angesichts wachsender Zweifel am Überleben der privaten Krankenversicherung (PKV) bringen sich Deutschlands Ärzte für ihre Verteidigung in Stellung.

- "Ich glaube, dass es keines dramatischen Systemwechsels bedarf", sagt der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, und stellt sich damit gegen Forderungen nach einem Aus für die PKV nach heutigem Muster.

SPD, Grüne und Linke lassen keinen Zweifel daran, dass sie mit einer Bürgerversicherung möglichst alle Menschen erreichen wollen - entgegen der heutigen Trennung in PKV und gesetzliche Versicherung (GKV). Zuletzt hatte auch der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), mit der Ansage für Schlagzeilen gesorgt, die Trennung sei nicht mehr zeitgemäß: Dass sich nur Selbstständige, Beamte und Gutverdiener privat versichern können, finde nicht einmal mehr auf einer CDU-Mitgliederversammlung eine Mehrheit.

Montgomery sagte dazu: "Wir wollen als Ärzteschaft rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf eine klare Duftmarke setzen. Und wir befürchten, dass die Bürgerversicherung zum Turbolader der Zwei-Klassen-Medizin wird." Gutverdiener würden sich eine bessere Versorgung dann einfach kaufen. Reformbedarf sieht der Ärztepräsident aber auch bei der PKV, etwa bei den günstigen Locktarifen, die zuletzt zu teils großen Beitragssprüngen führten.