Personalien

US-Großbank JP Morgan entlässt Investmentchefin

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Nach den spektakulären Handelsverlusten zieht JPMorgan personelle Konsequenzen.

- Die größte US-Bank gab am Montag bekannt, dass sie sich von Investmentchefin Ina Drew trennt. Ihr Abgang war erwartet worden - und es dürften weitere folgen. Drew war eine der am höchsten bezahlten Mitarbeiterinnen des Geldhauses, arbeitete 30 Jahre für das Institut und genoss hohes Ansehen an der Wall Street. Allein in den vergangenen zwei Jahren verdiente sie jeweils mehr als 15 Millionen Dollar. Matt Zames, der bisher zusammen mit Daniel Pinto das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren leitete, wird Nachfolger.

Die Trennung ist die Konsequenz aus dem Handelsverlust, der unter Drews Verantwortung eingefahren wurde und dem Bankhaus einen schweren Imageschaden beigebracht hat. Der finanzielle Verlust beläuft sich auf bis zu drei Milliarden Dollar. Durch den Skandal verlor die Bank zudem 15 Milliarden Dollar an Marktwert. Das bislang als Musterknabe unter den amerikanischen Geldhäusern geltende Institut hatte von den Verlusten erstmals am Donnerstag mitgeteilt. Pikanterweise häuften sich die Verluste ausgerechnet in Absicherungsgeschäften an, die eigentlich dazu dienen sollen, Einbußen im Handel zu begrenzen. Das von Drew geleitete "Chief Investment Office" kann dabei selbst Gewinne oder Verluste einfahren - je nachdem, ob die Wetten im Derivatehandel aufgehen oder nicht.

Für Bankchef Jamie Dimon wiegt der Abgang schwer: Die 55-jährige Drew galt als seine Vertraute. "Ina Drew war eine klasse Partnerin in all den Jahren", sagte Dimon, der nach Informationen von US-Medien bis zuletzt gezögert hatte, die Karrierebankerin gehen zu lassen. Drew hatte mitgeholfen, die Bank fast ohne Blessuren durch die Finanzkrise zu steuern.

Wie "Wall Street Journal" und "New York Times" berichteten, wird auch damit gerechnet, dass der Leiter des Londoner Wertpapier-Handels und ein Händler gehen. Die Londoner Niederlassung von JPMorgan hatte mit ihren Spekulationen das Desaster heraufbeschworen. Nach Angaben des "Wall Street Journal" dürfte überdies Bruno Iksil die Bank verlassen. Der ebenfalls in London stationierte JPMorgan-Händler erlangte in der Finanzwelt Berühmtheit, weil er ein derart großes Rad mit sogenannten Derivaten drehte, dass der gesamte Kreditmarkt verzerrt wurde.

( BM )