Facebook

Schwächen

Der Datenkrake

In Deutschland sehen 16 Prozent der Bürger in Facebook eine Bereicherung. Ein Viertel - und sogar 61 Prozent der 20- bis 29-Jährigen - hält das Netzwerk für eine willkommene Ablenkung. Das hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die das Marktforschungsunternehmen GfK unter 1011 Bürgern durchgeführt hat. Mit zwölf Prozent ist der Anteil derer, die Facebook als Bedrohung betrachten, klein. Das muss aber nicht so bleiben. Schon länger ringen Datenschützer um einen vorsichtigeren Umgang mit den persönlichen Daten der Facebook-Nutzer. Nun will das Unternehmen seine Datenschutzrichtlinien ändern.

Ein Mann, ein Produkt

Facebook ist wie ein Zirkuspferd, das nur ein Kunststück beherrscht: Der Konzern hat im Grunde nur ein Produkt. Verliert das seine Anziehungskraft, wäre das Unternehmen am Ende. Facebook darf sich daher keine Schwäche leisten. Der Mann, an dem alles hängt, ist Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Foto), er hält nach dem Börsengang eine Stimmenmehrheit von 57 Prozent. Zuckerberg ist impulsiv und entscheidet am Verwaltungsrat vorbei. Sein Führungsstil ist ein Risiko, das institutionelle Investoren verprellen könnte.

Hohe Bewertung

Mit einem möglichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 100 wäre Facebook im Vergleich zu anderen Unternehmen sehr hoch bewertet. Nachhaltig ist das nicht, das KGV wird auf die eine oder andere Weise fallen: Entweder wird der Aktienkurs sinken. Oder die Gewinne wachsen rasant. Dass Letzteres gelingt, ist aber fraglich. Denn dafür müsste Facebook zügig neue Geschäftsfelder für sich entdecken, die über die Werbung hinausgehen. Derzeit kommen 85 Prozent des Umsatzes noch aus dem Werbegeschäft.

Aktienüberhang

Es könnte zwar der größte Technologiebörsengang aller Zeiten werden, doch im ersten Schritt kommen nicht einmal 15 Prozent aller Aktien auf den Markt. Der Rest, der unter anderem in Händen des Managements und der Mitarbeiter liegt, ist noch unter Verschluss. Der größte Schwung davon darf erst in einem halben Jahr verkauft werden, um genau zu sein nach 181 Tagen. Und exakt das macht vielen Investoren Sorgen. Denn im Herbst könnten dann all jene, die das Geld aus dem Börsengang bereits verplant haben, eine Verkaufslawine von Facebook-Aktien lostreten, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf den Börsenkurs, die sich ergeben, wenn das Angebot an Aktien zu groß ist.

Hungrige Verfolger

Auch wenn es bislang keiner geschafft hat, zu Facebook aufzuschließen: Das kann sich ändern. In der digitalen Welt sind die Innovationszyklen kurz. Rund um den Erdball tüfteln Entwickler an neuen Diensten und Geschäftsmodellen - wobei, siehe Instagram, die größte Gefahr nicht zwingend von einer Facebook-Kopie ausgehen muss. Zudem ist das Netz schnelllebig: Schon heute wenden sich Blogger von Facebook ab und setzen verstärkt auf eigene Websites. Mittelfristig ist nicht ausgeschlossen, dass Facebook in der Gunst der Nutzer sinkt und eine andere Seite die Netzgemeinde elektrisiert.

Wachstumsgrenze

Obwohl Facebook zunehmend über Handy und Tablet genutzt wird, kann die Firma bislang kein mobiles Werbekonzept vorweisen. Dabei ist Werbung die wichtigste Einnahmequelle. Im jüngsten Quartal sind bereits Umsatz und Gewinn zurückgegangen. Das führt zu einem weiteren Problem: In vielen Regionen stößt Facebook an die Sättigungsgrenze. Mehr als jeder zweite Amerikaner nutzt bereits das Netzwerk, in Europa sind es schon gut 240 Millionen. Dass Facebook wegen der Zensur vom Boommarkt China ausgesperrt ist, beunruhigt Anleger.