Marktbericht

Richtig verbunden

Thomas Heuzeroth

Thomas Heuzeroth über Nokias Fall und Samsungs Aufstieg

In der noch vergleichsweise jungen Mobilfunkgeschichte ist das Jahr 2012 historisch. In den ersten drei Monaten hat der koreanische Hersteller Samsung mehr Handys verkauft als sein Konkurrent Nokia. Die Finnen führten den Markt seit 1998 an, die meisten Mobiltelefonierer können sich gar nicht mehr an einen Marktführer vor Nokia erinnern.

Nun geht dieser Titel an Südkorea. Doch wird es Samsung gelingen, sich ähnlich lang an der Spitze zu halten? Es spricht im Grunde nichts dagegen. Die Südkoreaner haben viel verstanden. Ihre Geräte sind einfach zu bedienen, sie sehen ansprechend aus und zählen technologisch zu den besten Handys, die es zu kaufen gibt. Es gelingt ihnen sogar, diese Botschaften nach außen zu tragen. Genau dieses Zusammenspiel aus Design, Innovation und Marketing ist es, mit dem sich das Unternehmen an die Spitze geschoben hat.

Es lohnt sich, einen Blick auf den Verlierer zu werfen. Samsung kann aus Nokias Fehlern lernen - und muss einige Regeln beherzigen. Erstens: Sei Dir Deiner Sache nie zu sicher. Arroganz lässt Dich schnell Deine Gegner unterschätzen. Zweitens: Du darfst Dir nur einen Fehltritt leisten. Der Markt ist zu schnell, als dass er einen zweiten Fehler verzeiht. Drittens: Erwarte Angriffe nicht nur von Deinesgleichen. Auch Neueinsteiger können gefährlich werden. Und viertens: Verlasse Dich nicht auf die Marktforschung. Mit der richtigen Vision bist Du Deinen Konkurrenten zwei Schritte voraus. Nokia hat all dies außer Acht gelassen. Nun kann Samsung zeigen, wie man es besser macht.