Neuverschuldung

Sparwille in den Euro-Länder zeigt ein wenig Wirkung

Die Sparbemühungen im Euro-Raum zeigen Wirkung: Die Neuverschuldung in den 17 Euro-Ländern ist vergangenes Jahr auf 4,1 Prozent der Wirtschaftsleistung gefallen.

- Im Vorjahr hatte sie noch 6,2 Prozent betragen, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat meldet. Gleichzeitig stieg der gesamte öffentliche Schuldenberg von 85,3 auf 87,2 Prozent. Das größte Budgetdefizit meldet Irland mit 13,1 Prozent. Griechenland folgt mit 9,1 Prozent auf Platz zwei, danach kommt Spanien mit 8,5 Prozent.

Deutschland zählt mit einem Defizit von 1,0 Prozent zu den Musterschülern. Bessere Werte wiesen nur Finnland, Luxemburg, Estland, Ungarn und Schweden aus. Bei Deutschlands wichtigstem Partner Frankreich betrug das Budgetdefizit 5,2 Prozent. Erlaubt sind drei Prozent. Auch der Schuldenstand lag in Paris mit 85,8 Prozent höher als erlaubt (60 Prozent). Deutschland schneidet mit 81,2 Prozent kaum besser ab.

Im krisengeschüttelten Spanien belief sich der Fehlbetrag im Staatshaushalt auf 8,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das Haushaltsloch war zwar kleiner als im Vorjahr mit 9,3 Prozent, doch deutlich größer als angestrebt. Spanien überholte damit Nachbarland Portugal, das Geld aus dem Euro-Krisenfonds erhält und strikt sparen muss. Auch die wirtschaftlichen Aussichten für Spanien sehen düster aus, die Wirtschaft stürzte zu Jahresbeginn in die Rezession. Die Statistiker bestätigten mit ihren Zahlen Angaben der Regierung in Madrid, die in der EU zunächst Zweifel ausgelöst hatten. So gab es Vermutungen, die Regierung habe das Minus extra hoch angesetzt, damit die Zahlen aus dem laufenden Jahr besser aussehen. Ein Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte in Brüssel auf die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Zahlen: "Es gibt keinen Anlass für Zweifel daran."

( dpa/dapd )