Konjunktur

Stimmung im deutschen Mittelstand auf 20-Jahres-Hoch

Die deutschen Mittelständler beurteilen ihre Geschäftslage so gut wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

- "Die Stimmung könnte besser nicht sein", sagte Helmut Rödl, Vorstand der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, bei der Vorstellung einer Umfrage unter rund 4100 Firmen in Berlin. Demnach schätzen fast 59 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Lage als gut oder sehr gut ein. Die Zahl der Optimisten übersteigt damit deutlich die der Pessimisten - der Saldo kletterte auf den höchsten Stand seit 1990. Der Blick nach vorne ist allerdings leicht getrübt: Zwar erwarten immer noch 37,6 Prozent der Unternehmen, dass sie ihren Umsatz steigern werden - im Frühjahr 2011 hatten damit aber noch fast 44 Prozent gerechnet.

Ähnlich sieht es bei Investitionsplänen, Ertragserwartungen und Neueinstellungen aus: So hat gut jeder zweite Betrieb vor, in seine Strukturen zu investieren, und 45,5 Prozent wollen dafür auch mehr Geld in die Hand nehmen als in den vergangenen Monaten; vor einem Jahr lagen jedoch beide Werte höher. Auch der Bedarf an Arbeitskräften ist nicht mehr ganz so groß wie 2011. Dennoch haben 23 Prozent der Betriebe im Winterhalbjahr mehr Personal eingestellt, nur elf Prozent entließen Mitarbeiter. Zwei Drittel hielten an der Stellenzahl fest. Und: Der Trend geht hin zur Volleinstellung. In acht von zehn Fällen wurden Mitarbeiter auf Vollzeitbasis eingestellt. Im Vorjahr lag die Quote bei 76,6 Prozent.