Marktkommentar

Die Börse glaubt nicht an den BVB

Nando Sommerfeldt über das Problem mit Fußball-Aktien

Die Börsianer sind noch skeptisch. So richtig glauben sie offensichtlich nicht daran, dass die Deutsche Fußballmeisterschaft schon jetzt zugunsten von Borussia Dortmund entschieden ist. Denn Aktionäre, die am Donnerstag deutliche Kursgewinne für die BVB-Aktie erwartet hatten, wurden enttäuscht. Das Papier gewann zum Handelsstart nur magere zwei Prozent hinzu. Später bröckelte das Plus dann sogar auf nur noch 0,4 Prozent bei 2,55 Euro. Gemessen an der aktuellen Marktkapitalisierung bedeutet das einen Wertgewinn von 600.000 Euro - ganz schön wenig für eine ziemlich sichere Deutsche Meisterschaft, deren Wert viel höher ist.

Halten die Börsianer also tatsächlich noch einen Triumph der Münchener Bayern für realistisch oder ticken die Marktakteure einfach ganz anders? Die Antwort ist: Fußballinvestment sind vollkommen unkalkulierbar - und somit eher etwas für Fans. Ernsthafte Anleger sollten die Finger davon lassen. Der sportliche und damit auch wirtschaftliche Erfolg ist nicht planbar und die Aktienkurse folgen nicht der Logik auf dem grünen Rasen. Denn obwohl Borussia Dortmund inzwischen wieder an alte Erfolge anknüpft, hat die Aktie ihr altes Niveau noch lange nicht wieder erreicht.

Zu besten Börsenzeiten kostete das Papier 9,31 Euro - damit notiert die Aktie heute immer noch rund 70 Prozent tiefer. Um die ehemaligen Höhen zu erreichen, müsste der BVB also mindestens dreimal in Folge die Champions League gewinnen. Doch auch wenn im Fußball alles möglich ist: Eine solche Erfolgsserie ist dann doch eher unwahrscheinlich.