Komplott

US-Kartellwächter nehmen Apple und Verlage ins Visier

Die US-Regierung hat eine Kartellklage gegen Apple und mehrere große Verlagshäuser eingereicht.

- Die Behörden werfen ihnen vor, ein Komplott eingegangen zu sein, um die Preise für E-Books in die Höhe zu treiben und den Wettbewerb zu behindern. Unter anderem ist auch die deutsche Verlagsgruppe Holtzbrinck mit ihrem US-Ableger Macmillan unter den Angeklagten.

In der Klageschrift hieß es, mit ihren illegalen Absprachen hätten die Angeklagten auf den Erfolg des Internetversandhauses Amazon reagiert, das E-Books für knapp unter zehn Dollar (7,60 Euro) angeboten habe. Die Verleger sahen darin die Gefahr eines Preiswettkampfs, der die Preise auf ein Niveau drücken könnte, wo weder Verlage noch Verkäufer Geld verdienen. Die illegalen Absprachen wurden laut Anklage getroffen, als Apple die Vorstellung des Tablet-PCs iPad vorbereitete. Dabei sei festgehalten worden, dass Apple für jedes verkaufte E-Book 30 Prozent Kommission erhalte. Mit ihren Absprachen wollten die Beteiligten "den Preiskampf beim Verkauf von E-Books begrenzen", hieß es in der Klageschrift.

Seit dem Start seines E-Book-Readers Kindle im Jahr 2007 bietet Amazon in den USA Bestseller für 9,99 Dollar an. Viele Konkurrenten glauben, dass Amazon die Bücher unter Einkaufspreis verkauft - auch um die Konkurrenz zu Preissenkungen zu zwingen. Amazon verlangte zudem höhere Preisnachlässe von Verlagen. Die Bücher der Independent Publishers Group, einem in Chicago ansässigen Händler, nahm Amazon aus dem Programm, nachdem er sich geweigert hatte, die Bedingungen zu akzeptieren.

Als Apple vor zwei Jahren das iPad auf den Markt brachte, sahen die Verlage darin eine Möglichkeit, Amazons Marktmacht zu schwächen. Es würde genug Käufer geben, die das iPad dem Kindle vorziehen würden, so ihr Kalkül. Dann könnten die Preise stabilisiert werden.