Urteil

Fußball-Nationalspieler müssen Gewerbesteuer zahlen

Fußball-Nationalspieler sind Gewerbetreibende.

- Ihre anteiligen Werbeeinnahmen müssen sie entsprechend versteuern, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschied. Die Nationalspieler müssen im Trainingslager und während sämtlicher Spiele die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gestellte Sportkleidung tragen und sich an Werbeveranstaltungen beteiligen. Im Gegenzug schüttet der DFB einen Teil seiner Werbeeinnahmen an die Spieler aus. (Az: X R 14/10)

Der Fiskus sieht darin eine gewerblich-unternehmerische Tätigkeit der Spieler und verlangt Gewerbesteuer. Die Spieler sahen sich dagegen eher wie Leiharbeiter: Nach den üblichen Vertragsklauseln mit ihrem jeweiligen Verein seien sie zur Teilnahme an Nationalspielen verpflichtet. Die Werbeeinnahmen seien daher Nebeneinkünfte aus ihrem Arbeitsvertrag.

In einem Musterverfahren entschied der BFH den Streit nun zugunsten der Finanzämter. Der klagende Nationalspieler - der anonym bleiben wollte - habe "mit Unternehmerinitiative gehandelt". Insbesondere habe er einen Werbevertrag mit dem DFB geschlossen, mit dem sein Verein und Arbeitgeber nichts zu tun habe. Dass er sich damit an Pflichten binde, die sich aus dem Ablauf der Werbeveranstaltungen ergeben, mache auch den DFB noch nicht zu einem weisungsberechtigten Arbeitgeber. Das Argument des Spielers, die Werbeeinkünfte seien ihm völlig gleichgültig gewesen, er habe einfach nur in der Nationalmannschaft spielen wollen, beeindruckte die obersten Finanzrichter nicht. Auch wer eine Vergütung "lediglich duldend entgegennimmt", müsse die darauf fälligen Steuern zahlen.