Insolvenz

Schlecker-Mitarbeiter müssen um Urlaubsgeld bangen

Sie sollen ihren Sanierungsbeitrag leisten

- Zur Rettung der insolventen Drogeriekette Schlecker werden nun die verbliebenen 13.500 Beschäftigte zur Kasse gebeten. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will für einen befristeten Zeitraum einen Verzicht zum Beispiel auf Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld aushandeln. Zum Auftakt der neuen Gesprächsrunde nach dem Jobverlust von 11.000 Schlecker-Beschäftigten trafen sich Verhandlungsführer der Gewerkschaft Ver.di mit der Insolvenzverwaltung am Mittwoch in Kassel. Mit einem Ergebnis wird noch nicht gerechnet. Die Gewerkschaft will nach eigenen Angaben Garantien durchsetzen, dass für den betreffenden Zeitraum betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Auch schlägt Ver.di eine Umwandlung der Mitarbeiter-Ansprüche in eine Kapitalbeteiligung am Unternehmen vor.

Noch gibt es Tarifgehalt

Die Vorsitzende des Schlecker-Gesamtbetriebsrats, Christel Hoffmann, will vor allem, dass am Ende der Verhandlungen sichere Arbeitsplätze und eine gerechte Bezahlung herauskommen. Betriebsrat und Gewerkschaft hoffen auf neue Investoren, die der Belegschaft eine Perspektive für die Zukunft geben. "Es ist jetzt wichtig, dass die Kollegen draußen zur Ruhe kommen", sagte Hoffmann. Sie verwies auch darauf, dass Schlecker sich bisher tariflich gebunden hatte. "Heute noch wird nach Tarif bezahlt."

Das Beratungs- und Investmenthaus Droege International Group hat einem Zeitungsbericht zufolge ein schriftliches Gebot für die Gruppe abgegeben. Dies bestätigte die Düsseldorfer Droege-Zentrale der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Es sollen demnach bereits intensive Gespräche mit dem Insolvenzverwalter geführt worden sein.

Die Absage der Politik an eine "Transfer-Gesellschaft" für entlassene Schlecker-Beschäftigte findet offenbar nicht die mehrheitliche Zustimmung der Bevölkerung. Nach dem Ergebnis einer aktuellen Umfrage im "ARD-Deutschlandtrend" erklärten 53 Prozent der Befragten, sie seien für eine Transfergesellschaft, in der die Mitarbeiter sechs Monate lang weiter beschäftigt werden könnten. Nur 43 Prozent waren gegen eine Transfergesellschaft. Erwartungsgemäß finden sich die meisten Befürworter einer Transfergesellschaft unter SPD-Anhängern.