Fernsehen

Bieterkampf um Bundesliga-Rechte

Telekom gegen Sky: Es kommt zum Showdown um die Senderechte der Fußball-Bundesliga

- Zusätzlich brachte der Konzern Licht ins Dunkel, was die konkreten Pläne für die Vermarktungsrechte betrifft. Es solle von der Telekom ein Produkt angeboten werden, das jeder Interessent "nicht-exklusiv" erwerben könne, sagte der Sprecher. "Auch Sky, die Kabelnetz-Betreiber, Vodafone oder Google. Fußball für alle eben", hieß es. "Wir wollen die Bundesliga von der Leine lassen." Man glaube, dass man es besser machen werde, als es momentan laufe.

Die Telekom liefert sich seit Wochen ein Duell mit dem bisherigen Rechteinhaber Sky, der für die derzeitige, bis Juni 2013 dauernde Rechteperiode über vier Jahre eine Mrd. Euro gezahlt hatte. Die Telekom hatte in den vergangenen Wochen stets ihr Interesse an den Bundesliga-Fernsehrechten untermauert. Bekannt war, dass der Konzern neben den bisherigen IPTV- und Mobile-Rechten auch die Lizenzen für Kabel, Satellit und Terrestrik erwerben will. Das TV-Geschäft wird für den Konzern immer wichtiger: Im Kerngeschäft Telefon und Internet wird der Konzern zunehmend von TV-Kabelgesellschaften bedrängt, die neben TV auch Telefon- und schnelle Internet-Anschlüsse anbieten, und dies meist zu günstigeren Preisen. Mit dem "Entertainment"-Paket, zu dem auch die Fußballübertragungen via IP-TV zählt, versucht sich die Telekom zu wehren.

Doch der Expansionswille des Konzerns, der noch immer zu 32 Prozent in der Hand des Staates ist, hat scharfe Kritik ausgelöst. Medienrechtler sehen durch einen großflächigen Einstieg in das TV-Geschäft die Prinzipien des Rundfunkstaatsvertrags verletzt, der beim Rundunfk Staatsferne vorschreibt. Was die IP-TV-Rechte betrifft hatte die Telekom noch einen Kunstgriff gewählt, indem sie die Inhalte (Liga Total) von einem mutmaßlich unabhängigen Dienstleister (Constantin Sport Medien) erstellen ließ. Der Wettbewerbs-Experte Professor Franz Jürgen Säcker von der FU Berlin hatte bezweifelt, dass die Constantin Sport Medien unabhängig von der Telekom sei, die als Staatsunternehmen nicht als Rundfunkanbieter auftreten dürfe.

Am Donnerstagabend hatte zudem der Medienrat der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) mit seiner Ankündigung überrascht, er wolle den Telekom-Vertrag für "Liga total" mit Constantin überprüfen. Falls die Telekom mehr Rechte als bisher erwerben wolle, könne der bestehende Vertrag nicht einfach verlängert werden, lautete die Begründung. Dem hält Telekom-Sprecher Frank Domagala entgegen: "Wir wollen keine politische Talkshow machen. Wir wollen Fußball einspeisen, für jeden, der das Angebot haben will, und wir werden keine Vorgaben für das Produkt machen."

Unerwartete Schützenhilfe erhielt der Konzern von der Monopolkommission. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wandte sich deren Vorsitzender Justus Haucap gegen die harsche Kritik von Medienrechtlern: "Mir ist lieber, die teilstaatlichen Unternehmen nehmen am Wettbewerb teil, als dass wir auf den Wettbewerb verzichten", sagte Haucap. Die Gebote von ARD und ZDF seien deshalb wesentlich problematischer als das der Telekom. Als börsennotiertes Unternehmen orientiere sich der Konzern eher an wirtschaftlichen Prinzipien, sagte Haucap.

Am kommenden Montag, um 15.30 Uhr, endet die Frist für die Abgabe der Gebote bei der DFL. Wie jedes Mal geht es auch diesmal um sehr viel Geld: Im vergangenen Turnus hatte Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußballliga, 412 Mio. Euro pro Saison verhandelt. Diesmal soll es noch deutlich mehr werden.