Marktbericht

Portugal und Irland gewinnen

Daniel Eckert über ein seltsames Börsenquartal

Überraschend dabei ist: Nicht nur Sachwerte wie Aktien, Silber oder auch Öl waren an der Börse gefragt, sondern auch Anleihen und damit "Papierwerte". Um 17,4 Prozent hat der Deutsche Aktienindex (Dax) im ersten Quartal 2012 zugelegt. Zwischenzeitlich konnte das deutsche Börsenbarometer die Marke von 7100 Zähler übersprungen. Ein ähnlich gutes Auftaktquartal hatte es zuletzt im Boomjahr 1998 gegeben, als der Dax von Januar bis März um 20 Prozent nach oben schoss.

Das Edelmetall Silber hat auf Euro-Basis seit Anfang des Jahres 13 Prozent zugelegt, der Energieträger Öl zwölf. Gesucht waren auch Industrierohstoffe. Überraschend war das starke Abschneiden der Anleihenmärkte zweier pleitegefährdeter Eurostaaten. Obwohl Irland und Portugal am Tropf Europas hängen, waren ihre Bonds die besten Investments im Quartal: Irische Titel legten 12,4 Prozent zu, portugiesische gar um 17,5 Prozent - bezogen auf die Wertentwicklung der Papiere mit sieben bis zehn Jahren Laufzeit. Bemerkenswert ist das auch daher, als Portugal an den Märkten als nächster Pleite-Kandidat in der Euro-Zone gehandelt wird. Die Preise für Kreditausfallversicherungen (CDS) zeigen auf Fünfjahressicht für Portugal eine rechnerische Pleitewahrscheinlichkeit von 63 Prozent an. Bei Irland liegt der entsprechende Wert immerhin bei 40 Prozent.